Rund 40 Abgeordnete des polnischen Parlaments fordern den Sejm dazu auf, ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte zu kritisieren. Dieser hatte am 3. November der Klage einer italienischen Mutter stattgegeben und entschieden, dass Kreuze in italienischen Klassenzimmern nicht mit der europäischen Menschenrechtskonvention in Einklang stünden. Die Abgeordnetengruppe Polska Plus, die sich aus neun Mitgliedern der Oppositions-Partei PiS zusammensetzt, sieht darin die Religionsfreiheit verletzt. Unterzeichnet wurde der Antrag auch von Abgeordneten anderer Parteien wie der Regierungspartei PO oder dem Bund der Demokratischen Linken SLD. Der Sprecher der Gruppe, Ludwik Dorn, sagte, das europäische Urteil sei: „Ausdruck eines Kampfes zwischen esoterischer Abstraktheit und dem realen Leben realer Menschen mit realen Rechten.“
Ludwik Dorn und die anderen Unterzeichnenden hoffen, eine europäische Debatte anzustoßen, die zur Aufhebung des Urteils beitragen könnte.
IAR/jh