Die Spätaussiedlerin Agnes Trawny aus Polen darf ihr ehemaliges Haus in Mazury/Masuren wieder beziehen. Das Gericht in Szczytno hatte zuvor eine Zwangsräumung des Hauses in dem Ort Narty, das in den letzten Jahren von zwei polnischen Familie bewohnt wurde, angeordnet. Agnes Trawny lebt seit 30 Jahren in der Bundesrepublik. Ihr jahrelanger Kampf um die Immobilie wurde mit dem gestrigen Gerichsturteil beendet. Die Entscheidung der Justiz wird jedoch heftig kritisiert. Der ehemalige Premierminister und Chef der oppositionellen PiS Partei Jaroslaw Kaczynski fordert, die polnischen Gerichte sollten in solchen Angelegenheiten eine größere soziale Sensibilität zeigen: "Man sollte an die Richter appellieren, dass sie so vorgehen sollten, wie die Richter in den anderen europäischen Laendern. Das heisst, dass sie auch den sozialen Kontext berücksichtigen. Viele machen es nämlich nicht."
Jaroslaw Kaczynski teilte mit, dass er bei dem polnischen Regierungschef Tusk schon vor zwei Jahren interveniert habe, den beiden der Wohnung verwiesenen Familien zu helfen. Doch ein Gesetzesprojekt, das in solchen Fällen die Unterstützung der Betroffenen sichern würde sei bisher nicht geprüft worden, fügte der ehemalige Premier hinzu.
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