Deutsche Redaktion

Polnisches Außenministerium kämpft weiter für Reparationszahlungen

24.11.2022 11:00
Worte über moralische Verantwortung seien kein Ersatz für ein faires und partnerschaftliches Abkommen zu Reparationszahlungen, sagte der stellvertretende Außenminister Arkadiusz Mularczyk am Mittwoch. Mit seinem Statement bezog er sich auf die diplomatische Note Deutschlands über Kriegsreparationen.
Arkadiusz Mularczyk został nowym wiceministrem spraw zagranicznych
Arkadiusz Mularczyk został nowym wiceministrem spraw zagranicznychPAP/Marcin Obara

Auf einer Pressekonferenz am Mittwoch betonte Mularczyk, es könne nicht akzeptiert werden, dass ein vom Zweiten Weltkrieg so stark betroffenes Land wie Polen „nie eine Entschädigung oder Wiedergutmachung erhalten hat“. Daher werde Polen eine informative diplomatische Note zu diesem Thema an alle EU-Länder, die NATO und den Europarat schicken.

„Mit dieser Note machen wir dem deutschen Staat, aber auch unseren europäischen Partnern klar, dass bloße und ausschließliche Worte über moralische Verantwortung kein Ersatz für ein faires und partnerschaftliches Abkommen sind, das zuallererst die Zahlung von Entschädigungen, Wiedergutmachung und die Rückgabe von in Polen geraubten Kulturgütern, Kunstwerken und Bankgütern beinhalten muss“, erklärte der Minister. „Nur eine solche Situation könne in Zukunft zu einem ehrlichen Verhältnis zwischen Deutschland und Polen führen und zeigen, dass die Versöhnung wirklich echt und nicht nur Fassade ist, ergänzte er.

Mularczyk kritisierte die deutsche Regierung als „unnachgiebig“. Sie verschließe sich Polens Argumenten, wolle keinen Dialog führen. Dies habe Polen dazu veranlasst, „sehr konkrete und wirksame Maßnahmen auf der internationalen Bühne“ zu ergreifen. Das erste Element dieser Maßnahmen, so der Politiker, sei die heutige Übermittlung einer diplomatischen Note an unsere europäischen Partner und die ganze Welt.

„Wir setzen hier vor allem auf das Verständnis unserer Partner, dass diese Frage in den deutsch-polnischen Beziehungen geklärt werden muss“, betonte der stellvertretende Außenminister. Das Thema sei kein Versuch, die deutsch-polnischen Beziehungen zu eskalieren, sondern sie auf partnerschaftlicher Basis zu regeln.

PAP/js