Deutsche Redaktion

Polens Energiekonzern PKN Orlen könnte Anteile an wichtiger deutschen Raffinerie kaufen

09.12.2022 09:59
Die Regierung in Berlin hat den Plan des polnischen Energieriesen PKN Orlen unterstützt, eine Beteiligung an der PCK-Raffinerie in Schwedt zu erwerben, berichtete die Nachrichtenseite biznesalert.pl am Donnerstag. 
PKN OLEN
PKN OLENPAP/Leszek Szymański

Da die russischen fast 100 Prozent der Versorgung von PCK Schwedt ausmachenden Öllieferungen zum Jahresende offiziell eingestellt werden sollen, suche die Bundesregierung nach alternativen Bezugsquellen für Rohöl, schrieben Medien. „Wir können uns nicht mehr auf Energierohstoffe aus Russland verlassen. Wir treffen die notwendigen Entscheidungen, um langfristig von russischen Importen unabhängig zu werden", sagte Bundeskanzler Olaf Scholz in einem Interview mit dem Deutschlandfunk.

Der Beauftragte der Bundesregierung für PCK Schwedt, Michael Kellner, sagte der polnischen Internetseite, die Raffinerie werde nun Öl über das polnische Terminal in der Hafenstadt Gdańsk importieren sowie Rohöl u.a. aus Kasachstan beziehen. „Die Sitzung des Europäischen Rates in Brüssel am 15. Dezember wird uns Klarheit darüber verschaffen, um welche Ölmengen es sich handeln wird", so Kellner.

Der Märkischen Oderzeitung zufolge werde die polnische Regierung in Brüssel PKN Orlen als Minderheitsaktionär von PCK Schwedt vorschlagen. Im Gegenzug erwarte Warschau Öllieferungen über das Gdańsk-Terminal zu bekommen, berichtete die Internetseite. Sowohl Kellner als auch der brandenburgische Wirtschaftsminister Jörg Steinbach sollen den Plan unterstützen. Polen fordere jedoch, dass PCK Schwedt „entrussifiziert" wird, berichtete biznesalert.pl.

Das deutsche Ministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hat im September bekannt gegeben, dass es die deutschen Tochtergesellschaften von Rosneft vorübergehend übernommen hat. Rosneft beziehe aber trotzdem immer noch Gewinne aus der deutschen Raffinerie. Die Maßnahme sei auch nur vorübergehend und daher nach Ansicht der polnischen Regierung unzureichend, so biznesalert.pl.


biznesalert.pl/ps