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Deutsche Redaktion

Der politische Zynismus der Polen

02.10.2019 08:00
Offenbar, lesen wir in Newsweek, unterscheide sich die Wählerschaft der PiS und PO in kleineren Ortschaften kulturell nicht sonderlich voneinander. Statt Ideologie steht für die Wähler der Regierungspartei ein klar definiertes Bedürfnis im Mittelpunkt des Interesses. Außerdem geht es auch um erfolgreiche polnische Businesswomen.
Presseschau
PresseschauShutterstock.com

Newsweek: Der politische Zynismus der Polen

 

In einem Interview mit dem Co-Autor des Berichts “Der politische Zynismus der Polen” Sławomir Sierakowski, fragt das linksliberale Wochenblatt Newsweek in seiner aktuellen Ausgabe nach den größten Unterschieden zwischen den Wählern der PiS und der Bürgerplattform. Sierakowski hatte kurz nach den Europawahlen, gemeinsam mit Przemysław Sadura eine Reihe von repräsentativen Meinungsumfragen durchgeführt, um die Größe der jeweiligen Wählergruppen und ihre Präferenzen zu identifizieren. Das Ergebnis: Offenbar, lesen wir, unterscheide sich die Wählerschaft der PiS und PO in kleineren Ortschaften kulturell nicht sonderlich voneinander. In beiden Fällen handle es sich um konservative und pragmatische Wähler. So habe etwa knapp die Hälfte der PiS-Wähler keine Zweifel, dass die Berichterstattung des nationalen Fernsehsenders TVP einseitig ist und Propaganda-Charakter hat. An Propaganda, so Sierakowski, müsse man jedoch nicht glauben, um von ihr zu profitieren. So helfe die PiS diesen Menschen einfach, eine Entscheidung zu begründen, die schon aus anderen, vor allem materiellen, Gründen getroffen wurde. Andere Wähler seien beschämt von der einseitigen Berichterstattung, würden jedoch trotzdem für die PiS stimmen und nicht wegen ihr. Denn sie hätten einfach ein klar definiertes Bedürfnis. Was sie heute am meisten bräuchten, so Sierakowski, sei ein aktiver Sozialstaat. Sie würden nicht länger warten wollen und diesen von jedem annehmen, der einen solchen Sozialstaat anbiete, unabhängig vom Rest der politischen Agenda. 

In dem Bericht, lesen wir weiter, würde er, gemeinsam mit seinem Kollegen, drei Szenarien vorstellen, die dieses Bedürfnis realisieren. Die erste Möglichkeit sei das ungarische Szenario, das derzeit realisiert werde - die Recht und Gerechtigkeit bietet den Bürgern soziale Unterstützung auf Kosten des liberalen Systems, um demokratische Wahlen mit der Zeit in eine Formalität zu verwandeln. Die zweite Möglichkeit sei das slowakische Szenario, also die Übernahme der Macht durch die Linken nach Jahren der Vorherrschaft des konservativen Populismus. Und schließlich sei da noch das dritte Szenario, das bayerische, also ein konservativer Sozialstaat, nur ohne die Zerstörung von demokratisch-liberalen Institutionen. 

Sei eine andere Regierung als die der PiS möglich? Natürlich, solange wir in einer Demokratie leben, solange sei eben nicht sicher, wer nach den Wahlen regieren werde. Die PiS, so Sierakowski, habe in dieser Auseinandersetzung allerdings zwei wichtige Vorteile: erstens habe die Partei bewiesen, dass sie ihre Versprechen einhält und befinde sich damit in einer umgekehrten Situation, als jede Partei, die vorher regiert habe. Meistens müssten die Parteien erklären, wieso sie nicht in der Lage gewesen seien, ihre Versprechen einzuhalten. Sie sei auch die einzige Partei, die eine sogenannte “eiserne Wählerschaft” habe. Dabei handle es sich vor allem um Einwohner der Provinz, häufig schlechter ausgebildet, religiös, aber nicht immer klerikal. Fragen rund um die Ehre seien für sie wichtig und große Städte sowie Oppositionsparteien würden von ihnen als reale Gefahren empfunden. Sie sehnen sich nach einer politischen Gemeinschaft, die ihre Helden habe - die PiS würde all diese Bedürfnisse erfüllen. Die Opposition versuche indes einen Spagat zwischen konservativen kleinen Städten und liberalen Großstädten, was zu fehlender Klarheit in der Kommunikation und einem hin und her zwischen Konservatismus und Progressivismus führe. Ohne ein äußeres Ereignis, das einen Schock hervorruft, so der Politikwissenschaftler, scheine das Ergebnis der Wahlen mehr oder weniger bekannt zu sein. Aber das Beste an der Demokratie sei, dass man sich des Wahlausgangs wirklich nie sicher sein könne, so Sławomir Sierakowski im Interview mit Newsweek. 

 

Wprost: Innovatorinnen im Rock

Das Wochenblatt “Wprost” druckt in seiner aktuellen Ausgabe eine Liste der 50. reichsten Polinnen ab. Und stellt aus diesem Anlass auch polnische Unternehmerinnen vor, die in bisher vor allem als Männer-Domäne wahrgenommenen Berufen Karriere gemacht haben. Susan Wojcicki, die 51-jährige Chefin von YouTube mit polnischem Pass, erinnert Wprost, habe ihr 300 Millionen schweres Vermögen mit ihrer Arbeit für Google verdient. Laut dem Gründungs-Mythos der Firma sei sie es gewesen, die den Gründern von Google ihre Garage gemietet hat, die der erste Sitz des Technologie-Giganten gewesen sei. 1999 sei sie Marketing-Chefin der noch in den Kinderschuhen steckenden Firma geworden und ein Jahr später ihr Vize-Vorstand. Seit fünf Jahren leite Sie den zu Google gehörenden Video-Service YouTube. Wojcicki, so Wprost, habe eine beeindruckende Karriere gemacht. Sie sei jedoch nicht die einzige Polin, die einen spektakulären Erfolg in den Strukturen von Google erzielt habe. So sei etwa im Juli Agnieszka Hryniewicz-Bieniek, die bisherige Chefin der polnischen Filiale von Google, zur globalen Direktorin von Google for Startups ernannt worden, wo sie für die Zusammenarbeit mit über 125 Startups weltweit verantwortlich ist. In den letzten Monaten, lesen wir weiter, habe auch die Nachricht von Klaudia Krawiecka die Runden gemacht. Krawiecka sei Doktorandin an der Oxford-Universität und Stipendiatin von Google Woman Techmakers 2019 - eines Preises für Frauen, die herausragende Ergebnisse in der Wissenschaft erzielt haben. Und das sei erst der Anfang ihrer Karriere. 

In Polen, lesen wir weiter, würde die Zahl von Unternehmerinnen systematisch steigen. Laut dem Bericht Mastercard Index of Women Entrepreneurs, sei schon jede dritte Firma in Polen von einer Frau gegründet worden. Das gebe Polen den 7. Platz auf der Welt. Insgesamt würden etwa 6 Prozent der erwachsenen Frauen hierzulande eine eigene Firma haben, was Polen im europäischen Vergleich auf dem siebten Platz platziert. Der Weg zu den unternehmerischen Lettinen (fast 10 Prozent) oder Luxemburgerinnen (8,7 Prozent) sei zwar noch weit, aber Polinnen würden sich in dieser Kategorie viel besser schlagen, als Italienerinnen und Bulgarinnen (2,9 Prozent), Deutsche und Sloweninnen, unter denen nur jede 30. Erwachsene Frau eine Firma leitet (3,3 Prozent). Was fehlt also den Polinnen zu noch mehr Erfolg? Mehr Mut, urteilt in seiner aktuellen Ausgabe das Wochenblatt Wprost. 


Autor: Adam de Nisau