Nach einer Serie von Bombendrohungen sind in Polen zahlreiche Schulen und Kindergärten evakuiert worden. Besonders betroffen war Warschau. Dort gingen nach Angaben der Stadt Hinweise auf angeblich platzierte Sprengsätze in bis zu 200 Bildungseinrichtungen ein, überwiegend in Kindergärten und Schulen. Auch in Poznań wurden mehrere Fälle gemeldet.
Die Polizei bestätigte, dass die Drohungen per E-Mail an Bildungseinrichtungen verschickt wurden und derzeit überprüft werden. Die betroffenen Gebäude können erst nach gründlichen Durchsuchungen durch Sprengstoffexperten wieder freigegeben werden. Nach bisherigen Berichten verlief die Evakuierung der Kinder geordnet. Teilweise wurden sie in andere Schulen oder Einrichtungen in der Nähe gebracht.
Unter den geräumten Einrichtungen waren nach Medienangaben mehrere Kindergärten in Warschau. Auch in Poznań sprach die Polizei zunächst von vier Bombenalarmen. Betroffen waren dort unter anderem eine Grundschule und ein Kindergarten.
Die Vorfälle reihen sich in eine Serie ähnlicher Drohungen der vergangenen Wochen ein. Erst vor wenigen Tagen waren nach entsprechenden Warnungen unter anderem das Wissenschaftszentrum Kopernikus in Warschau sowie Bildungseinrichtungen in Kielce evakuiert worden. Ob hinter den aktuellen Drohungen Einzelne, organisierte Trittbrettäter oder koordinierte Aktionen stehen, ist bislang unklar.
Fest steht jedoch, dass solche Falschalarme erhebliche Folgen haben. Neben Angst und Stress bei Kindern und Beschäftigten verursachen sie hohe Kosten durch Polizeieinsätze, Spezialkräfte, Sperrungen und Rettungsmaßnahmen. Nach polnischem Recht drohen für einen falschen Bombenalarm Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu acht Jahren, in schwereren Fällen auch deutlich mehr.
IAR/adn