Beteiligt waren Wissenschaftler aus Krakau, Prag und dem Tatra-Nationalpark. Sie verglichen aktuelle Geländedaten mit historischen Aufzeichnungen aus den 1920er-Jahren.
Demnach ist die Artenvielfalt der Pflanzen in diesem Zeitraum sogar deutlich gestiegen – vor allem in tieferen Lagen. Gleichzeitig nahm der Anteil feuchtigkeitsliebender und stickstoffbedürftiger Pflanzen zu. Einen erwarteten Trend hin zu wärmeliebenden Arten konnten die Forscher dagegen nicht nachweisen.
Als wichtigen Einflussfaktor nennen die Wissenschaftler vor allem die frühere intensive Nutzung der Region. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurden in den Tatra-Bergen zehntausende Schafe geweidet, was die Vegetation stark belastete.
Überraschende Studienergebnisse aus der Tatra: Der Klimawandel ist offenbar nicht der entscheidende Faktor für Veränderungen in der Natur der letzten 100 Jahre.
Die heutige Entwicklung führen die Forscher daher vor allem auf das Ende dieser Nutzung und die Einrichtung des Nationalparks zurück – weniger auf den Klimawandel. Sie warnen davor, Veränderungen der Biodiversität vorschnell allein mit steigenden Temperaturen zu erklären.
PAP/jc