Deutsche Redaktion

Berichte über mutmaßliche Fälle von Kannibalismus in russischer Armee

28.04.2026 18:43
Der ukrainische Militärgeheimdienst berichtet über mehrere mutmaßliche Fälle von Kannibalismus innerhalb der russischen Streitkräfte. Nach Angaben aus Kiew sollen im Osten der Ukraine mindestens fünf solcher Vorfälle registriert worden sein. Eine unabhängige Bestätigung gibt es bislang nicht.
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Bild:Russian Defense Ministry Press Service via AP/Associated Press/East News

Den Angaben zufolge stützen sich die Informationen unter anderem auf Aussagen russischer Soldaten und Kommandeure. Die ukrainische Seite wertet die Berichte als weiteres Indiz für zunehmende strukturelle Probleme innerhalb der russischen Armee. Genannt werden dabei vor allem Defizite in der Versorgung, Schwächen in der Führung sowie eine hohe physische und psychische Belastung der eingesetzten Truppen.

Ein besonders drastischer Fall soll sich bereits im November 2025 in der Region Donezk ereignet haben. In der Nähe der Stadt Myrnohrad habe ein russischer Soldat demnach zwei Kameraden getötet und anschließend versucht, Teile eines der Opfer zu essen. Nach ukrainischen Angaben sei der Mann später bei einem Gefecht innerhalb der eigenen Einheit ums Leben gekommen.

Nach Einschätzung des ukrainischen Geheimdienstes handelt es sich zwar um Einzelfälle, sie könnten jedoch auf tiefere Probleme hinweisen. Demnach seien viele Soldaten über längere Zeiträume ohne ausreichende Rotation im Einsatz, häufig unter extremen Bedingungen – insbesondere im Winter. Gleichzeitig gebe es Hinweise auf Mängel bei der Versorgung mit Lebensmitteln und Ausrüstung.

Historisch sind Fälle von Kannibalismus in militärischen Kontexten vor allem unter extremen Ausnahmebedingungen dokumentiert – etwa während des Zweiten Weltkriegs, beispielsweise bei eingeschlossenen Einheiten im Pazifikraum oder während der Belagerung von Leningrad.

Die russische Regierung weist die Vorwürfe zurück und bezeichnet entsprechende Berichte als falsch. Unabhängige Beobachter können die Angaben derzeit nicht verifizieren.


PR24/jc