Die Ministerin kritisierte die Entscheidungen der Veranstalter scharf. Diese hätten in diesem Jahr viel dazu beigetragen, den über Jahre aufgebauten Ruf der Veranstaltung zu gefährden. Die Verantwortung liege nun bei Organisatoren, Institutionen, Politik und Kunstschaffenden gleichermaßen. Es sei bedauerlich, dass ausgerechnet die Veranstalter dieser Verantwortung nicht gerecht würden, erklärte Cienkowska.
Polen werde dennoch teilnehmen und ein eigenes Projekt präsentieren. Die Ausstellung „Języki z wody“ (Sprachen aus dem Wasser) befasse sich mit Fragen des Dialogs. Sie verdeutliche, dass Verständigung den guten Willen beider Seiten erfordere und nicht durch einseitige Vorgaben ersetzt werden könne.
Hintergrund sind anhaltende Spannungen um die geplante Beteiligung Russlands. Das Land war nach dem Angriff auf die Ukraine bei den Ausgaben 2022 und 2024 nicht vertreten. In diesem Jahr löste die Rückkehr Russlands Kritik aus, nachdem italienische Medien Verbindungen der Organisatoren des russischen Pavillons zu Kreml-nahen Kreisen berichtet hatten.
Auch die italienische Regierung distanzierte sich von der Entscheidung der Biennale-Stiftung. Die Europäische Kommission drohte Berichten zufolge mit dem Entzug von Fördermitteln in Höhe von zwei Millionen Euro. Vertreter von 22 Staaten unterzeichneten zudem einen gemeinsamen Protest gegen die Teilnahme Russlands.
Nach Medienberichten leitete das italienische Kulturministerium eine Prüfung ein und entsandte Inspektoren, um die Umstände der Beteiligung Russlands zu untersuchen. Kurz nach deren Besuch trat die internationale Jury der Biennale geschlossen zurück. In der Folge wurde die geplante Eröffnung am 9. Mai abgesagt, die Preisverleihung auf den letzten Ausstellungstag verschoben.
Die 61. Internationale Kunstausstellung in Venedig soll vom 9. Mai bis zum 22. November stattfinden.
PAP/jc