Deutsche Redaktion

Jean-Michel Jarre spielt zum Jubiläum des Juni 1976 in Radom

17.03.2026 12:17
Nach Angaben der Stadt ist ein eigens vorbereitetes Programm geplant, das an die Ereignisse von 1976 erinnern und sie mit einer zeitgenössischen kulturellen Form verbinden soll.
Jean-Michel Jarre
Jean-Michel JarreFrançois Rousseau/Sony Music Entertainment Poland/mat. prasowe

Der französische Elektronik-Musiker Jean-Michel Jarre wird am 19. Juni im Stadion von Radom auftreten. Das Konzert ist Teil der Feiern zum 50. Jahrestag des Juni 1976, wie Stadtpräsident Radosław Witkowski am Dienstag ankündigte. Den Auftakt des Abends soll der polnische Künstler Krzysztof Zalewski bestreiten.

Nach Angaben der Stadt ist ein eigens vorbereitetes Programm geplant, das an die Ereignisse von 1976 erinnern und sie mit einer zeitgenössischen kulturellen Form verbinden soll. Witkowski betonte, Radom wolle damit seine Bedeutung auf der historischen Landkarte Polens unterstreichen. Die Arbeiterproteste von 1976 hätten einen Prozess angestoßen, der schließlich zum Ende des Kommunismus geführt habe.

Zusätzliche Symbolik erhält der Auftritt durch ein weiteres Jubiläum: In diesem Jahr sind 50 Jahre seit der Veröffentlichung von Jarres Album „Oxygene“ vergangen. In Radom gibt es deshalb die Erwartung, dass auch Motive aus diesem Werk Teil des Konzerts sein könnten.

Jarre zählt zu den bedeutendsten Vertretern der elektronischen Musik. Internationale Bekanntheit erlangte er auch durch Großkonzerte mit Rekordpublikum. In Polen ist er mehrfach aufgetreten, unter anderem in Chorzów, Katowice, Warschau, Bydgoszcz und Łódź. Ein besonders erinnerter Auftritt fand 2005 in der Danziger Werft zum 25. Jahrestag der Solidarność statt.

Der historische Bezug des Konzerts reicht zurück zum 25. Juni 1976. Nach angekündigten Preiserhöhungen kam es damals in vielen Betrieben in Polen zu Streiks und Protesten. In Radom gingen rund 20.000 Menschen auf die Straße. Die Behörden setzten Milizeinheiten aus mehreren Städten ein, die mit Schlagstöcken, Wasserwerfern und Tränengas gegen Demonstrierende vorgingen.

Zwei Männer, Jan Łabęcki und Tadeusz Ząbecki, kamen bei den Unruhen ums Leben. Viele Festgenommene wurden in Milizdienststellen misshandelt und durch sogenannte „Gesundheitspfade“ getrieben. Rund 900 Einwohner Radoms verloren im Zusammenhang mit den Protesten ihre Arbeit. Die Hilfe für die Betroffenen führte im September 1976 zur Gründung des Komitees zur Verteidigung der Arbeiter, einer der ersten offen wirkenden Oppositionsstrukturen im kommunistischen Polen.

PAP/adn


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