Im März 2014 hatte Russland nach dem Sturz des prorussischen Präsidenten Wiktor Janukowytsch die Kontrolle über die Krim übernommen. Bewaffnete, zunächst nicht gekennzeichnete Kräfte besetzten strategische Punkte. Kurz darauf folgte ein Referendum über den Anschluss an Russland. Die Abstimmung wurde von der Ukraine, der EU und den USA als völkerrechtswidrig bewertet.
Moskau spricht bis heute nicht von einer Annexion, sondern von einem „Beitritt“ und einer „historischen Korrektur“. Kiew hingegen bezeichnet die Krim als besetztes Gebiet und wirft Russland vor, die Halbinsel systematisch zu militarisieren und die Bevölkerung unter Druck zu setzen.
Besonders betroffen seien die Krimtataren, berichten ukrainische Stellen. Zudem werde die demografische Struktur gezielt verändert, indem Bewohner abwanderten und Menschen aus Russland angesiedelt würden.
International wurde die Annexion weitgehend verurteilt. Die UN-Vollversammlung bekräftigte die territoriale Integrität der Ukraine. Sanktionen gegen Russland folgten – zunächst begrenzt, später deutlich verschärft nach Beginn des groß angelegten Angriffs auf die Ukraine im Jahr 2022.
Die Zukunft der Krim ist auch Teil laufender diplomatischer Bemühungen um ein Ende des Krieges. Vorschläge, die eine faktische Anerkennung der russischen Kontrolle vorsehen, stoßen in Kiew auf klare Ablehnung.
PAP/jc