Das Lager war im Herbst 1939 eingerichtet worden. Dort wurden unter anderem Offiziere festgehalten, die nach dem deutschen Überfall auf Polen in Gefangenschaft geraten waren. Zu den Gefangenen gehörten Persönlichkeiten wie Witold Pilecki sowie die Generäle Władysław Bortnowski, Tadeusz Kutrzeba und Juliusz Rómmel.
Trotz der langen Gefangenschaft versuchten die Internierten, ein organisiertes Lagerleben aufrechtzuerhalten. Es gab Theateraufführungen, Vorträge und eine Bibliothek. Auch sportliche Aktivitäten spielten eine wichtige Rolle: Olympiateilnehmer unter den Gefangenen initiierten Wettbewerbe und Trainings.
Historikerin Danuta Kisielewicz bezeichnete das Lager als „besonders“, da dort vor allem Offiziere festgehalten wurden. „Sie mussten nicht arbeiten, weil die Deutschen befürchteten, dass geschlossene Gruppen von Offizieren außerhalb des Lagers Widerstand organisieren könnten“.
Die Lebensbedingungen seien dennoch schwierig gewesen. „Die Lebensmittelrationen waren unzureichend, und erst Hilfspakete verbesserten die Lage etwas“, so Kisielewicz. Gegen Kriegsende hätten sich Versorgungslage und Hunger deutlich verschärft.
Die Gefangenschaft war von Monotonie und psychischer Belastung geprägt. Eingeschränkter Kontakt zur Familie und zensierte Post führten bei manchen Insassen zu Angstzuständen und Schlafproblemen, die als „Stacheldrahtkrankheit“ beschrieben wurden.
Das Lager wurde am 29. April 1945 von Einheiten der US-Armee befreit. Berichten zufolge kam es noch zu einem Angriff durch SS-Einheiten, der jedoch durch amerikanische Panzer abgewehrt wurde.
PAP/jc