Deutsche Redaktion

Selenskyj kritisiert Vance: „Wer uns nicht hilft, hilft Russland“

30.04.2026 10:58
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den US-Vizepräsidenten J. D. Vance scharf kritisiert. Wenn dieser stolz darauf sei, der Ukraine keine Hilfe zu leisten, bedeute das faktisch Unterstützung für Russland, sagte Selenskyj in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit dem US-Sender Newsmax.
Wolodymyr Selenskyj
Wolodymyr SelenskyjReuters

„Ich stimme dem Vizepräsidenten nicht zu. Wir sind offen, wir sind keine Feinde. Russland ist der Feind – und wird immer ein Feind der USA sein“, sagte Selenskyj. „Wenn der Vizepräsident stolz darauf ist, uns nicht zu helfen, dann heißt das, dass er Russland hilft. Und ich glaube nicht, dass das die USA stärkt.“

Vance hatte Mitte April erklärt, zu den Maßnahmen der aktuellen Regierung, auf die er besonders stolz sei, gehöre der Stopp neuer Waffenlieferungen an die Ukraine. „Wir haben Europa gesagt: Wenn ihr Waffen kaufen wollt, könnt ihr das tun – aber die USA kaufen keine Waffen mehr und schicken sie nicht mehr in die Ukraine“, sagte er.

Selenskyj widersprach der Argumentation, dies könne den Krieg verkürzen. „Vielleicht wollte der Vizepräsident sagen, dass es den Frieden beschleunigt, wenn die USA uns nicht helfen. Aber so funktioniert Russland nicht – Russland akzeptiert keine Schwäche“, betonte er.

Selenskyj äußerte sich auch zu Berichten, wonach die USA Kiew gebeten hätten, Angriffe auf russische Energieinfrastruktur im Zusammenhang mit Spannungen im Nahen Osten einzuschränken. „Wir haben Signale von Partnern erhalten, bestimmte Infrastruktur vielleicht nicht anzugreifen“, sagte er. „Ich habe geantwortet: Nein, wir werden reagieren.“ Zugleich bekräftigte er die Bereitschaft zu einem „Energie-Waffenstillstand“, sofern Russland diesen ebenfalls einhalte.

Der Präsident bestätigte zudem, dass die Ukraine bestimmte Länder im Nahen Osten unterstützt habe – auch auf Anfrage „einiger Institutionen in den USA“. Details nannte er nicht.

Mit Blick auf die US-Außenpolitik zeigte sich Selenskyj besorgt über eine Verschiebung der Prioritäten. „Das Problem ist, dass sich der Fokus der USA derzeit auf den Nahen Osten verlagert hat“, sagte er. „Wenn es nur Gespräche gibt, wird Russland nicht den wichtigsten Faktor spüren, den Amerika liefern kann: Druck.“


PAP/Newsmax/jc

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