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Deutsche Redaktion

Żegota begeht 78. Jubiläum

04.12.2020 06:00
Die Untergrundorganisation rettete während der deutschen Besatzung Tausende von polnischen Juden.
Żegota im April 1946. Dritter von rechts ist Władysław Bartoszewski
Żegota im April 1946. Dritter von rechts ist Władysław Bartoszewskipolskieradio.pl

Heute vergehen 78. Jahre seit der Gründung der Żegota. Żegota war der Codename für den Rat für die Unterstützung der Juden (poln. Rada Pomocy Żydom) im besetzten Polen. Żegota rettete Tausende von polnischen Juden. Eine der bekanntesten Persönlichkeiten, die in der Untergrundorganisation aktiv waren, war der ehemalige polnische Außenminister Władysław Bartoszewski.

"Es war die einzige Organisation in Europa die sich für Juden eingesetzt hatte. Keine andere Regierung, sei es die französische, holländische oder ungarische, hat etwas gegen die Vernichtung der Juden gemacht", erinnerte sich der 2015 verstorbene Bartoszewski.

Trotz der Bedrohung durch die Todesstrafe waren viele Polen bereit, Juden zu unterstützen. Die geleistete Hilfe hatte häufig einen individuellen Charakter, nahm aber auch organisierte Strukturen an. Im Dezember 1942 wurde Żegota, der Hilfsrat für Juden gegründet. In Zusammenarbeit mit dem zivilen Bereich des Polnischen Untergrundstaates gaben sich beide Organisationen Mühe, die Juden mit Medikamenten und Nahrung zu versorgen sowie für sie Unterschlüpfe und gefälschte Urkunden zu beschafften.

Das Heldentum der polnischen Judenhelfer dokumentiert Yad Vashem – »die Gedenkstätte der Märtyrer und Helden des Staates Israel im Holocaust«. Mit der Medaille »Gerechter unter den Völkern«, auf der der signifikante Spruch »Wer auch nur ein Leben rettet, rettet die ganze Welt« eingraviert ist, sind bisher über 7 Tausend Polen ausgezeichnet worden. Das ist die größte Anzahl von nicht jüdischen Einzelpersonen, die während des Zweiten Weltkrieges ihr Leben einsetzten, um Juden vor der Ermordung zu retten.


IAR/jc