Deutsche Redaktion

Trump-Anhänger stürmen US-Kapitol. Vier Tote.

07.01.2021 09:35
In der US-Hauptstadt Washington haben Anhänger von Präsident Donald Trump (74) am Mittwoch das Kapitol gestürmt.
Pro-Trump protesters occupy the grounds of the US Capitol in Washington on Jan. 6, 2021. Protesters stormed the building where the Electoral College vote certification for President-elect Joe Biden took place.
Pro-Trump protesters occupy the grounds of the US Capitol in Washington on Jan. 6, 2021. Protesters stormed the building where the Electoral College vote certification for President-elect Joe Biden took place. Photo: PAP/EPA/MICHAEL REYNOLDS

"Die Ereignisse in Washington sind eine interne Angelegenheit der Vereinigten Staaten, die ein demokratischer Staat sind", twitterte Polens Staatspräsident Andrzej Duda am Donnerstag nachdem Tausende Trump-Anhänger in Washington am Mittwoch das US-Kapitol gestürmt hatten. Sie folgten einem Aufruf Trumps, die Bestätigung des Wahlsiegs von Nachfolger Joe Biden zu verhindern. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch meldete, mussten die Abgeordneten in Sicherheit gebracht werden. 

"In dieser Stunde wird unsere Demokratie angegriffen", sagte Biden in einer Fernsehansprache. "Das ist kein Protest. Das ist Aufruhr." Er forderte Trump auf, vor die Kameras zu treten, seine Anhänger zurückzurufen und "die Belagerung des Kapitols" zu beenden. Der reagierte mit einer über die sozialen Medien verbreiteten Video-Ansprache, in der er aber zunächst nur seine unbelegte Behauptung wiederholte, die Wahl sei gestohlen worden. Dann äußerte er Verständnis für seine Anhänger: "Ich weiß wie ihr euch fühlt." Dennoch sei es jetzt wichtig, friedlich zu bleiben und nach Hause zu gehen. Mehrere Plattformen nahmen das Video wegen der unbelegten Behauptungen wenig später vom Netz. Twitter und Facebook kündigten an, die Konten des Präsidenten vorläufig zu sperren.

Laut der US-Polizei, kamen bei den Vorfällen rund um das Kapitol vier Menschen ums Leben, 52 wurden verhaftet.   

"Die heutige Gewalt am Kapitol wird zurecht als ein Moment großer Schmach und Schande für unsere Nation eingehen", erklärte Trumps Vorgänger Barack Obama. Er warf dem Präsidenten vor, mit seinen ständigen Lügen über den Wahlausgang die Gewalt angestiftet zu haben. Ähnlich scharfe Kritik kam auch aus den republikanischen Reihen. "So wird um Wahlergebnisse in einer Bananenrepublik gestritten, nicht in unserer demokratischen Republik", erklärte der ehemalige Präsident George W. Bush. "Das rücksichtslose Verhalten einiger unserer politischen Anführer seit der Wahl widert mich an."


IAR/reuters/jc