Anhand von zahlreichen Exponaten zeichnet die Ausstellung den Verlauf der Kriegsereignisse im Stadtviertel Wola Anfang August 1944 nach — aus der Sicht der Einwohnerinnen und Einwohner. Unter den Ausstellungsstücken finden sich persönliche Gegenstände der Opfer sowie Zeugenaussagen der Überlebenden. Die Geschichte des schließlich eingestellten Ermittlungsverfahrens gegen Heinz Reinefarth können Besucherinnen und Besucher durch Fotografien aus dem Prozess der Staatsanwaltschaft Flensburg nachvollziehen.
Wie der stellvertretende Museumsdirektor Paweł Ukielski gegenüber der Nachrichtenagentur PAP erklärte, handelt es sich bei der Präsentation um eine deutliche Erweiterung der Ausstellung aus dem letzten Jahr. Im ersten Teil gehe es um die Schlacht von Wola. „Hier haben wir zahlreiche Berichte und Exponate aus den Sammlungen des Museums hinzugefügt, sodass dieses völkermörderische Verbrechen im Rahmen dieser Ausstellung stark nachhallt“, unterstreicht der Historiker.
Der zweite Teil wiederum bestehe aus Materialien, die das Pilecki-Institut erreicht haben, so Ukielski. Dabei handele es sich um Materialien aus den Ermittlungen im Fall Reinefarth aus den 1960er Jahren. Besonders wertvoll sei die Sammlung von über 30 Originalfotos, die der deutsche Historiker Hanns von Krannhals 1962 bei einer Besichtigung der Exekutionsorte in Wola aufgenommen hat. Einige von ihnen seien mit handschriftlichen Skizzen versehen, die den Ablauf der Ereignisse vom August 1944 darstellen: die Lage der Maschinengewehrstellungen, Sammelplätze für Leichen sowie Elemente der Stadttopografie.
Die Ausstellung wurde durch ein Archivrechercheprogramm der Berliner Niederlassung des Pilecki-Instituts ermöglicht und ist ab dem 5. August in Warschau zu sehen.
PAP/js