Unter dem Titel „Europa steht vor neuen Herausforderungen“ diskutierte der polnische Regierungschef gemeinsam mit dem tschechischen Premierminister Petr Fiala mögliche außenpolitische Schritte. Letzterer erklärte in seiner Rede, viele europäische Länder hätten erst nach dem Ausbruch des Krieges erkannt, dass die bisherige Politik gegenüber Russland nicht erfolgreich gewesen sei. Erst dann hätten sie begonnen, sich auf die Erfahrungen der mitteleuropäischen Länder zu stützen.
Er hob hervor, dass Premierminister Mateusz Morawiecki jetzt eine sehr wichtige Rolle in Europa spiele, insbesondere in Bezug auf die Ukrainekrise. Beide Politier zeigten sich einig und riefen dazu auf, weitere EU-Länder davon zu überzeugen, Russland unter Beibehaltung der Unterstützung der Ukraine weiter zu isolieren.
Mateusz Morawiecki bekräftigte, dass sich Polen mit der Tschechischen Republik in geopolitischen Fragen „auf einer Wellenlänge“ befinde und erinnerte daran, dass er und Fiala bereits vielfach vor den Folgen der russischen Politik gewarnt hätten.
Er betonte, dass die Hilfe für die Ukraine heute nicht nur aus militärischer und humanitärer Hilfe bestehe. Es sei äußerst wichtig, so der polnische Premierminister, die Ukraine finanziell zu unterstützen, damit das Land nicht „implodiere“. Denn wenn kein Geld da sei, um Soldaten, Polizisten, Krankenschwestern oder Ärzte zu bezahlen, wisse man nicht, wie die ukrainische Gesellschaft reagiere.
Gemeinsam mit der Tschechischen Republik wolle Polen nun wirksamen Druck auf die Partner in Westeuropa ausüben, insbesondere auf die Europäische Kommission. „Eine bestimmte Version der Energiepolitik lag in Trümmern. Heute bauen wir auf den Trümmern der Energiepolitik von vor einem Jahr, von vor zwei Jahren, eine neue auf“, so Morawiecki.
PAP/js