In der diplomatischen Note an Deutschland ist von “Entschädigungen” die Rede, nicht von “Reparationen”, informiert das Auswärtige Amt in einer Erklärung. Wie das Außenministerium informiert, habe die erste Formulierung einen deutlich weiteren Charakter und umfasse sowohl Reparationen im eigentlichen Sinne, als auch andere in der Note beschriebene Forderungen. Wie in dem Kommunique zu lesen ist, fordere Polen in dem Dokument Entschädigungen für materielle und immaterielle Schäden in Höhe von 6 Billionen 220 Milliarden 609 Millionen Złoty, einer Summe, die direkt aus dem am 1. September vorgestellten Bericht über Polens Kriegsschäden hervorgeht. In der Note fordere Polen zudem Entschädigungen für die Opfer der Besatzung und ihre Familien, die Rückgabe von geraubten Kulturgütern, Aktiva und Passiva von polnischen staatlichen Banken und Kreditinstitutionen sowie die Regulierung von ausstehenden Beträgen, die aus der Aktivität der Kreditkassen des Dritten Reiches resultieren.
Laut dem Auswärtigen Amt fordere Polen zudem die vollständige Rehabilitierung von ermordeten Aktivisten der Polonia sowie Entschädigungen für die Verluste von Organisationen der Polonia in Deutschland. In der Note sei auch von der Wiederherstellung des Minderheitenstatus für in Deutschland lebenden Polen die Rede.
Die abschließenden Postulate Warschaus, lesen wir, würden sich auf die Zusammenarbeit beim Gedenken an die polnischen Opfer des Zweiten Weltkriegs und eine effektive Präsentation des wahren Antlitzes des Kriegs und seiner Folgen beziehen, vor allem der Schäden und Leiden, die Polen und den Polen zugefügt worden seien. Wie das Auswärtige Amt zudem informierte, werde Polen auch eine Schätzung von durch die UdSSR verursachten Kriegsverlusten vorbereiten.