„Wir sind offen für (...) die Beendigung des Konflikts mit der Europäischen Kommission, der völlig unnötig ist, aber es muss guter Wille auf beiden Seiten da sein", sagte Müller am Freitag vor Journalisten der polnischen Nachrichtenagentur PAP. Trotzdem gebe es im Regierungslager Stimmen, die eine harte Haltung der Regierung gegenüber Brüssel fordern, räumte der Sprecher ein.
„Selbst unter uns, in unserem politischen Lager, gibt es Leute, die meiner Meinung nach in einigen Fragen zu radikal sind und zum Beispiel nicht sehen, dass die geopolitische, wirtschaftliche und finanzielle Situation viel komplexer ist", sagte Müller.
Die „Solidarna Polska", ein euroskeptischer Verbündeter der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit, ist der Hauptgegner eines Kompromisses mit Brüssel. Ihr Vorsitzender, Justizminister Zbigniew Ziobro, hat den Premierminister bei zahlreichen Gelegenheiten für die seiner Meinung nach zu große Nachgiebigkeit gegenüber Brüssel kritisiert.
Polen ist wegen seiner Änderungen am polnischen Justizsystem in einen langwierigen Konflikt mit der EU verwickelt. Nach Ansicht Brüssels und des Obersten Gerichtshofs der EU würden diese gegen die Werte der EU verstoßen. Die Auseinandersetzung, die zu zahlreichen anderen Konflikten zwischen Warschau und Brüssel hinzukommt, hat dazu geführt, dass Polen der Zugang zu einem milliardenschweren EU-Wiederaufbaufonds nach der Pandemie verwehrt wurde.
PAP/ps