Das Angebot Deutschlands, Polen US-Patriot-Luftabwehrsysteme zur Verfügung zu stellen, sei „eine sehr wichtige Geste" eines Verbündeten, sagte der polnische Präsident Andrzej Duda am Montag in Berlin, wo er Gespräche mit seinem deutschen Amtskollegen Frank-Walter Steinmeier geführt hat.
Deutschland hat letzte Woche erklärt, es könne acht seiner Raketenabwehrsysteme zusammen mit einigen Kampfjets in der Nähe der polnischen Ostgrenze stationieren.
Mitte November war eine Rakete in der Nähe eines Dorfes in Ostpolen explodiert. Zwei polnische Staatsbürger wurden getötet. Nach Angaben der polnischen und amerikanischen Behörden handelte es sich höchstwahrscheinlich um eine verirrte ukrainische Flugabwehrrakete.
„Zum Glück war es nur ein Unfall, aber es ist jedem klar, dass die Verstärkung der polnischen Raketen- und Flugabwehr für den Aufbau unserer Sicherheit äußerst wichtig ist", sagte Duda.
Anstieg der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine
Die Zahl der ukrainischen Flüchtlinge in Polen sei auf rund drei Millionen gestiegen. Dies könnte auch zu einem Anstieg der Flüchtlingszahlen in Deutschland führen, sagte der polnische Präsident in Berlin. „Ich und Herr Bundespräsident sind hier einer Meinung: Wir müssen die Ukraine so gut wie möglich unterstützen", betonte Duda.
Der polnische Staatschef sprach sich auch dafür aus, dass beide Länder bei der EU eine Erstattung der Kosten für den Unterhalt der Flüchtlinge beantragen sollten.
„Ich habe dem Herrn Präsidenten gesagt, dass wir meiner Meinung nach (...) bei der Europäischen Kommission, eine besondere finanzielle Unterstützung für unsere Länder beantragen sollten, die durch die Aufnahme von Flüchtlingen, die vor der russischen Invasion fliehen, besonders belastet sind".
PAP/ps