Mit einer Schweigeminute wurde am frühen Mittwochmorgen in der Hafenstadt Gdynia an die Opfer des Dezember-Massakers gedacht. Am 15. Dezember 1970 war es aufgrund von massiven Preiserhöhungen in Szczecin, Gdańsk und Gdynia zu Streiks und Massenunruhen gekommen. Das kommunistische Regime reagierte mit einem massiven Einsatz von Polizei und Militär. 45 Menschen verloren im Verlauf der mehrtägigen Proteste ihr Leben. Tatsächlich war die Zahl der Todesopfer etwa doppelt so hoch. Mehr als tausend Personen wurden bei den Einsätzen verletzt.
Die Unruhen gelten als Vorläufer der Streiks im Jahr 1980, die zur Gründung der Solidarność-Bewegung führten.
Der 17. Dezember 1970, der sogenannte "Schwarze Donnerstag", war der schlimmste Tag der Niederschlagung.
IAR/jc