Die Ankündigung der deutschen Außenministerin, laut der Deutschland einer Lieferung von Leopard-Panzern durch Polen an die Ukraine nicht blockieren würde, ist ein Durchbruch, sagt Polens Vize-Außenminister Arkadiusz Mularczyk. Geht es nach Mularczyk, sei die jüngste Erklärung der Bundesaußenministerin ein Beweis für die Wirksamkeit des internationalen Drucks auf Deutschland. "Die gestrige Erklärung der Außenministerin in Paris, die auch heute in Straßburg sein wird - das ist etwas Neues. Sie zeigt, dass der Druck, den viele Länder auf Deutschland ausgeübt haben, diese Panzer in die Ukraine zu schicken, wirksam war. In der Tat kämpfen wir heute an einem Wendepunkt des Krieges darum, der Ukraine ausreichend schwere Waffen zu liefern, damit sich das Land verteidigen kann", betonte Arkadiusz Mularczyk.
Wie der Vize-Außenminister hinzufügte, würde das Versäumnis Deutschlands, Leopard-Panzer in die Ukraine zu schicken, die internationale Stellung des Landes gefährden.
Annalena Baerbock war im französischen Sender LCI gefragt worden, wie ihr Land reagieren würde, wenn Polen Leopard-Panzer ohne die Zustimmung Deutschlands, dem Herstellerland der Panzer, an die Ukraine liefern würde. "Es gibt bestimmte Regeln und Kontrollen, die durchgeführt werden müssen. Wir sind im Gespräch mit unseren Partnern. Bislang wurde uns eine solche Frage nicht gestellt, aber wenn sie gestellt worden wäre, würden wir nicht im Wege stehen", erklärte Baerbock. Auf die direkte Nachfrage, ob Deutschland tatsächlich keine Einwände gegen die Übergabe von Leopard-Panzern durch Polen an die Ukraine hätte, antwortete sie: "Ja, Sie haben mich richtig verstanden".
In den letzten Tagen haben mehrere europäische Länder, darunter Polen, ihre Bereitschaft erklärt, Leopards in die Ukraine zu entsenden. Bislang fehlte jedoch die Zustimmung der deutschen Behörden.
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