„Sie können immer auf Polen zählen”, sagte der polnische Präsident Andrzej Duda zu Beginn seiner Rede in Warschau. „Gemeinsam senden wir heute eine klare Botschaft an Moskau, an den Kreml: Es wird euch nicht gelingen, uns zu spalten. Es wird euch nicht gelingen, uns zu spalten, nie wieder”, rief er den Menschen vor dem Schloss zu, die Ukraine-Fahnen schwenkten.
„Was uns fremde Übermacht nahm, werden wir uns mit dem Säbel zurückholen”, sagte Selenskyj und zitierte dabei den Text der polnischen Nationalhymne.
„Lieber Wolodymyr, heute werden Sie von ganz Polen begrüßt, Sie werden von Polen begrüßt, Sie werden von Ukrainern begrüßt, Ihren Landsleuten, die unsere Gäste sind. Wir sind froh, dass Sie bei uns sind!”, sagte Duda, der sich auch bei der ukrainischen First Lady bedankte.
„Liebe Olena, ich verneige mich vor Dir und allen tapferen ukrainischen Frauen - Müttern, Ehefrauen, aber auch Witwen”, sagte Duda. Wie er betonte, zeigen sie großes Heldentum.
Duda erinnerte auch an die Worte von Präsident Lech Kaczyński im Jahr 2008, der die Welt vor dem russischen Imperialismus warnte: „Heute Georgien, morgen die Ukraine, übermorgen die baltischen Staaten, und später ist es vielleicht Zeit für mein Land, für Polen. Aber er sagte damals auch, dass „Mitteleuropa mutige Führer hat”. Auch damit hatte er Recht!”, bemerkte Duda.
„Heute ist ein mutiger Führer unter uns, der sein Land, seine Hauptstadt nicht im Stich gelassen hat, selbst als die Invasionsarmeen vor der Stadt standen. Ein Führer, der mit seinem Mut sein Volk dazu inspirierte, sich heldenhaft zu verteidigen, der die ganze Welt dazu inspirierte, eine kämpfende Ukraine zu unterstützen, der den russischen Lügen und Desinformationen die Stirn bot und der Welt die Wahrheit über die russische Aggression zeigte”, erklärte der polnische Präsident.
Schwierige und schmerzhafte Geschichte
In seiner Rede am Warschauer Königsschloss betonte Duda, dass „Polen und Ukrainer durch viele Jahrhunderte gemeinsamer Geschichte verbunden sind - eine wunderbare Geschichte, aber in vielen Momenten auch eine äußerst schwierige, äußerst schmerzhafte Geschichte”.
„Wir haben gegenseitig viele Fehler gemacht, für die wir einen dramatisch hohen Preis bezahlt haben. Die Invasoren und Besatzer haben oft versucht, uns zu spalten und gegeneinander aufzuhetzen, nach dem Prinzip 'teile und herrsche'”, sagte Duda.
Wie er betonte, versuchen sie dies auch heute. „Auch heute versuchen sie es, indem sie Polen mit Ukrainern und Ukrainer mit Polen verängstigen. Aber ich bin fest davon überzeugt und habe keinen Zweifel daran, dass sie damit keinen Erfolg haben werden. Deshalb senden wir heute von diesem Ort aus gemeinsam eine klare Botschaft an Moskau, an den Kreml: Es wird euch nicht gelingen, uns zu spalten! Es wird euch nicht gelingen, uns zu spalten! Nie wieder!”, sagte Andrzej Duda.
„Russland kann nicht gewinnen, wenn Ukrainer und Polen Seite an Seite stehen”
„Es ist eine Ehre für mich, hier zu sein. Ich spreche zu Ihnen mit Worten der Dankbarkeit und der Stärke. Dankbarkeit, weil es keine Momente mehr gibt, in denen wir geteilt und nicht geeint sind”, sagte Wolodymyr Selenskyj.
Er fügte hinzu: „Die ukrainischen und polnischen Herzen kämpfen für eine Freiheit, für die gegenseitige Unabhängigkeit unserer Staaten, für unsere Heimat Europa - unser gemeinsames Haus, und wir werden siegen!”
„Jeder erfolgreiche Kampf der ukrainischen Helden für unseren unabhängigen Staat ist ein Schutz für die polnische Unabhängigkeit. Polnische Krab-Haubitzen und Piorun-Luftabwehrsysteme in den Händen von Ukrainern, die unserem Volk die Freiheit zurückgeben, stärken auch Ihre Freiheit”, fügte Selenskyj unter tosendem Beifall des Publikums hinzu: „Und ich bin jedem Polen dankbar für diese Brüderlichkeit! Ich verneige mich vor dir, Polen! Applaus für dich, polnisches Volk!”
„Russland kann in Europa nicht gewinnen, wenn ein Ukrainer und ein Pole Seite an Seite stehen.”
„Wenn wir mit Euch zusammen frei sind, ist das die Garantie, dass die Freiheit stark sein wird bei allen unseren Nachbarländern, den Nachbarn der Europäischen Union - Rumänien, der Slowakei, Litauen und anderen Ländern des Baltikums”, sagte Selenskyj.
„Alle sind stärker, wenn wir frei sind”. Und er fügte hinzu: „Wenn wir frei sind, ist das die Garantie, dass die Freiheit sich auch in Moldau behauptet und Georgien nicht verlässt und unbedingt nach Belarus kommt.”
PAP/jc