Polen erwartet nach dem Zwischenfall über dem Schwarzen Meer eine entschlossene Reaktion von Frontex gegenüber Russland, betont Vize-Außenminister Arkadiusz Mularczyk. Geht es nach dem Politiker, seien die gefährlichen Manöver des russischen Kampfjets gegenüber dem polnischen Grenzschutz-Flugzeug teil des Hybridkriegs Russlands gegen den Westen. "Nicht nur gegen Polen, denn schließlich operierte dieses Flugzeug im Rahmen einer Frontex-Mission, also ist dies generell eine Vergeltung oder hybride Aktion gegen die ganze transatlantische Gemeinschaft", so Mularczyk. Daher müsse nun Druck auf Frontex ausgeübt werden, um entschlossen auf den Vorfall, der das Leben der polnischen Piloten gefährdete, zu reagieren.
Laut dem Grenzschutz war das russische Kampfflugzeug ohne Funkkontakt in das von Rumänien definierte Einsatzgebiet eingedrungen und hat anschließend aggressive und gefährliche Manöver durchgeführt - drei Annäherungen an das polnische Flugzeug ohne die Einhaltung eines sicheren Abstands. Infolge des Zwischenfalls war das polnische Grenzschutzflugzeug in Turbulenzen geraten. Die fünfköpfige Besatzung verlor die Kontrolle über die Maschine und hat an Höhe verloren. Bei einem der Manöver hat das russische Kampfflugzeug die Flugbahn in einem Abstand von etwa fünf Metern durchkreuzt. Nach der dritten Annäherung entfernte sich der russische Kampfjet wieder.
Aufgrund des Vorfalls waren rumänische und spanische Kampfflugzeuge, die im NATO Combined Air Operations Centre dienen, aufgrund des Vorfalls in erhöhte Bereitschaft versetzt worden. Die rumänischen Behörden bezeichneten die Manöver des russischen Kampfjets als aggressiv und gefährlich.
IAR/adn