Mit seiner Kritik bezog sich Legutko auf eine Rede der EU-Parlamentspräsidentin bei den Feierlichkeiten zum 80. Jahrestag des Ausbruchs des Warschauer Ghettoaufstands. Dass sie darin von Nazis anstatt Deutschen sprach zeige, wie wirksam sprachliche Manipulationsversuche seien, so der PiS-Politiker.
Im Folgenden begrüßte er zudem die Empfehlung der Kommission, den Namen Königsberg einheitlich anstelle von Kaliningrad zu verwenden. „Immanuel Kant wurde nicht in Kaliningrad geboren, sondern in Königsberg“, so seine Erklärung.
Die Rede von Bundeskanzler Scholz sei, wie er ergänzte, eher kühl aufgenommen worden. Besorgt zeigte sich Legutko jedoch über die geringe Anzahl an Stimmen gegen die Pläne einer deutschen Europa-Führung. Derartige Bestrebungen Deutschlands würden nicht nur den Verträgen widersprechen, sondern auch dem Sinn der europäischen Gemeinschaft, in welcher Konsens herrschen solle und nicht Gewalt.
Legutko forderte daher von Kanzler Scholz, entschlossener aufzutreten, und eine Erklärung dazu, wie sich die angestrebte Führung Deutschlands rechtfertigen lasse. „Warum sind wir eine Gemeinschaft von Nationen, wenn es einen Führer gibt, der weder gewählt noch im Vertrag erwähnt wird?“, fragte Legutko kritisch.
In seiner gestrigen Rede hatte Bundeskanzler Scholz eine weitere Integration der Europäischen Union gefordert, für eine Reform des Abstimmungssystems im Europarat plädiert und sich für die Erweiterung der EU auf weitere Länder ausgesprochen.
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