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PiS-Politiker Ryszard Legutko warnt vor zu großer Macht Deutschlands

10.05.2023 15:40
Laut Ryszard Legutko, dem Europaabgeordneten der Partei „Recht und Gerechtigkeit“, wird das Deutschlandbild stark durch sprachliche Formulierungen manipuliert. Dies behauptete der Politiker in einem Interview mit Polskie Radio 24. Im öffentlichen Raum sei oft nicht von deutschen, sondern von Naziverbrechen die Rede. Wie er betonte, sei jedoch Deutschland für den Zweiten Weltkrieg verantwortlich und nicht „irgendwelche Nazis“.
Policjanci weszli do siedziby EPL
Policjanci weszli do siedziby EPLPR24

Mit seiner Kritik bezog sich Legutko auf eine Rede der EU-Parlamentspräsidentin bei den Feierlichkeiten zum 80. Jahrestag des Ausbruchs des Warschauer Ghettoaufstands. Dass sie darin von Nazis anstatt Deutschen sprach zeige, wie wirksam sprachliche Manipulationsversuche seien, so der PiS-Politiker.

Im Folgenden begrüßte er zudem die Empfehlung der Kommission, den Namen Königsberg einheitlich anstelle von Kaliningrad zu verwenden. „Immanuel Kant wurde nicht in Kaliningrad geboren, sondern in Königsberg“, so seine Erklärung. 

Die Rede von Bundeskanzler Scholz sei, wie er ergänzte, eher kühl aufgenommen worden. Besorgt zeigte sich Legutko jedoch über die geringe Anzahl an Stimmen gegen die Pläne einer deutschen Europa-Führung. Derartige Bestrebungen Deutschlands würden nicht nur den Verträgen widersprechen, sondern auch dem Sinn der europäischen Gemeinschaft, in welcher Konsens herrschen solle und nicht Gewalt.

Legutko forderte daher von Kanzler Scholz, entschlossener aufzutreten, und eine Erklärung dazu, wie sich die angestrebte Führung Deutschlands rechtfertigen lasse. „Warum sind wir eine Gemeinschaft von Nationen, wenn es einen Führer gibt, der weder gewählt noch im Vertrag erwähnt wird?“, fragte Legutko kritisch. 

In seiner gestrigen Rede hatte Bundeskanzler Scholz eine weitere Integration der Europäischen Union gefordert, für eine Reform des Abstimmungssystems im Europarat plädiert und sich für die Erweiterung der EU auf weitere Länder ausgesprochen.

IAR//PR24/js