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Kulturminister: Die EU sollte die Ukraine mehr Unterstützen

16.05.2023 12:35
Angesichts der Katastrophe und des Leids, das die Ukraine und ihr Volk erleiden, ist die Europäische Union nicht gleichgültig. „Sie könnte aber mehr tun“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Kultur und nationales Erbe Piotr Gliński am Dienstag in Brüssel.
Piotr Gliński
Piotr GlińskiPAP/Leszek Szymański

Seit mehr als einem Jahr herrscht in der Ukraine ein Krieg, der vom russischen Regime geführt wird. Zivilisten werden getötet, die Infrastruktur wird zerstört, historische Stätten und Gebäude sowie kulturelle Einrichtungen werden zur Zielscheibe von Angriffen und Plünderungen“, sagte Gliński in Brüssel während einer Tagung des EU-Rates für Bildung, Jugend, Kultur und Sport.

Er wies darauf hin, dass bis Ende März dieses Jahres 1.373 kulturelle Infrastruktureinrichtungen beschädigt worden seien.

„Angesichts der Katastrophe und des Leids, dem die Ukraine und ihre Bürger ausgesetzt sind, ist die Europäische Union nicht gleichgültig, sondern kann mehr tun. Dazu gehört die Unterstützung des Kultur- und Kreativsektors und die Hilfe beim Wiederaufbau“, betonte er und erinnerte daran, dass das ukrainische Kulturministerium der EU eine Liste mit dem materiellen und finanziellen Bedarf vorgelegt habe.

„Leider hat die Europäische Kommission in dieser Hinsicht keine ausreichenden Maßnahmen ergriffen“, beklagte Gliński.

Er wies darauf hin, dass die Zuweisung von unter anderem 5 Millionen Euro aus dem Programm "Kreatives Europa" zur Unterstützung ukrainischer Künstler und Kulturschaffender eindeutig unzureichend ist.

„Es sollte ein strukturierter Hilfsmechanismus und ein Plan für den Wiederaufbau des ukrainischen Kultur- und Kreativsektors nach dem Krieg entwickelt werden. Zu diesem Zweck ist es notwendig, die Zusammenarbeit zwischen allen Direktionen der Europäischen Kommission zu verstärken“.


PAP/jc