Heute wird der Razzia von Augustów gedacht. Vor 78 Jahren haben sowjetische Sicherheitskräfte unterstützt von polnischen kommunistischen Einheiten in der Gegend der nordöstlich gelegenen Ortschaft Augustów eine Operation gegen den antikommunistischen Untergrund durchgeführt. Die Tochter eines der Opfer der Razzia, Scholastyka Zieniewicz, erinnerte sich vor Jahren an den Tathergang:
"Ich war damals sieben Jahre alt. Ich kann mich noch an alles erinnern. Sieben Tage lang habe ich mit meiner Mutter nach meinem verhafteten Vater gesucht. Sie wollten ihn uns aber nicht zeigen. Am letzten Tag waren dann alle weg. Und bis heute wissen wir nicht, was genau passiert ist."
Infolge der Operation wurden ca. 7000 Personen verhaftet und unter Folter verhört. Etwa 600 der Gefangenen wurden in unbekannte Richtung verschleppt, ihre Todesumstände wurden bis heute nicht aufgeklärt.
Es war das größte Verbrechen des kommunistischen Regimes nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Polen. Am 9. Juli 2015 wurde vom polnischen Parlament der 12. Juli als nationaler Gedenktag der Opfer der Razzia von Augustów im Juli 1945 festgelegt.
IAR/jc