So kontrollierte Wahlen wie die bevorstehenden habe es in Polen noch nicht gegeben, schrieb das Boulevardblatt am Dienstag. "Die politischen Parteien haben bereits fast hunderttausend Menschen mobilisiert, und sie wollen noch viel mehr, um sich gegenseitig den Rücken frei zu halten“, so der Super-Express. Auf Geheiß des EU-Parlaments seien auch Beobachter der OSZE nach Polen gekommen. Dies könnte ein Grund dafür sein, dass so viele Menschen mit unfairen Wahlen rechnen.
Das Umfrageergebnis sei "größtenteils auf die Aussage zurückzuführen, dass die PiS alles tun werde, um an der Macht zu bleiben“, kommentierte der Soziologe Prof. Henryk Domański von der Polnischen Akademie der Wissenschaften. "Die Menschen haben Recht“, ergänzte der Wissenschaftler und führte als Beispiel die letzten Präsidentschaftswahlen an. Diese seien nicht gerecht gewesen. Unternehmen und Ministerien hätten damals Gelder in die Förderung der Wahlen gesteckt, was enorme Ungleichheiten im Wahlkampf zur Folge gehabt hätte.
Um Ungerechtigkeit in den anstehenden Wahlen vorzubeugen, ergreifen die Parteien verschiedene Maßnahmen. Sławomir Neumann von der oppositionellen Bürgerplattform (PO) erklärte, dass Vertreter in den einzelnen Ausschüssen dafür sorgen würden, dass keine Stimmen verloren gehen, und auch der PiS-Sprecher Rafał Bochenek betonte: „Wir müssen uns gegen möglichen Betrug absichern, denn wenn man bedenkt, wer auf der anderen Seite an der Durchführung der Wahlen beteiligt ist, ist alles möglich. Wir werden alles tun, um sicherzustellen, dass diese Wahlen fair und transparent sind".
PAP/js