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Polnische Bevölkerung befürchtet unfaire Parlamentswahlen 

18.07.2023 10:48
Mit 51 Prozent befürchtet über die Hälfte aller Polinnen und Polen einen unfairen Verlauf der bevorstehenden Parlamentswahlen. Dies ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Pollster im Auftrag der Zeitung "Super Express".
Laut einer Umfrage der Zeitung Super-Express befrchtet der Groteil der polnischen Bevlkerung unfaire Parlamentswahlenim Herbst.
Laut einer Umfrage der Zeitung "Super-Express" befürchtet der Großteil der polnischen Bevölkerung unfaire Parlamentswahlen im Herbst.Shutterstock/Dziurek

So kontrollierte Wahlen wie die bevorstehenden habe es in Polen noch nicht gegeben, schrieb das Boulevardblatt am Dienstag. "Die politischen Parteien haben bereits fast hunderttausend Menschen mobilisiert, und sie wollen noch viel mehr, um sich gegenseitig den Rücken frei zu halten“, so der Super-Express. Auf Geheiß des EU-Parlaments seien auch Beobachter der OSZE nach Polen gekommen. Dies könnte ein Grund dafür sein, dass so viele Menschen mit unfairen Wahlen rechnen.

Das Umfrageergebnis sei "größtenteils auf die Aussage zurückzuführen, dass die PiS alles tun werde, um an der Macht zu bleiben“, kommentierte der Soziologe Prof. Henryk Domański von der Polnischen Akademie der Wissenschaften. "Die Menschen haben Recht“, ergänzte der Wissenschaftler und führte als Beispiel die letzten Präsidentschaftswahlen an. Diese seien nicht gerecht gewesen. Unternehmen und Ministerien hätten damals Gelder in die Förderung der Wahlen gesteckt, was enorme Ungleichheiten im Wahlkampf zur Folge gehabt hätte.

Um Ungerechtigkeit in den anstehenden Wahlen vorzubeugen, ergreifen die Parteien verschiedene Maßnahmen. Sławomir Neumann von der oppositionellen Bürgerplattform (PO) erklärte, dass Vertreter in den einzelnen Ausschüssen dafür sorgen würden, dass keine Stimmen verloren gehen, und auch der PiS-Sprecher Rafał Bochenek betonte: „Wir müssen uns gegen möglichen Betrug absichern, denn wenn man bedenkt, wer auf der anderen Seite an der Durchführung der Wahlen beteiligt ist, ist alles möglich. Wir werden alles tun, um sicherzustellen, dass diese Wahlen fair und transparent sind".

PAP/js