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Fogiel: Diplomatischer Streit könnte soziale Auswirkungen haben

02.08.2023 09:43
„Die Ukraine sollte sich darüber im Klaren sein, dass es für Polen sehr viel schwieriger sein wird, seine Unterstützung fortzusetzen, wenn es diese Art von Schelte gibt", sagte der Vorsitzende des parlamentarischen Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten Radosław Fogiel (PiS) am Mittwoch gegenüber dem Nachrichtenportal wp.pl. 
Radosław Fogiel
Radosław FogielPR24

Am Dienstag wurde der polnische Botschafter in der Ukraine, Bartosz Cichocki, zu einem Gespräch ins ukrainische Außenministerium eingeladen. Anlass waren Äußerungen eines polnischen Präsidentenberaters, der Kiew eine unzureichende Dankbarkeit für die von Polen seit Kriegsbeginn geleistete Unterstützung vorwarf.

Lebensmittelimporte aus der Ukraine ein Dorn im Auge

Der Leiter des Präsidialbüros für internationale Politik, Marcin Przydacz, reagierte damit auf die Kritik aus der Ukraine an der Absicht Polens, das Verbot von Lebensmittelimporten aus der Ukraine zu verlängern. Dadurch sollten die von den Importen betroffenen polnischen Bauern unterstützt werden. „Am wichtigsten ist es, die Interessen der polnischen Landwirte zu verteidigen (...). Die Ukraine hat viel Unterstützung von Polen erhalten, es wäre gut, wenn sie zu würdigen beginnen würde, welche Rolle Polen in den letzten Monaten und Jahren für die Ukraine gespielt hat", sagte Przydacz.

„Während des Treffens wurde betont, dass die Äußerungen (von Przydacz) über die angebliche Undankbarkeit der Ukrainer für die von Polen geleistete Hilfe unwahr und inakzeptabel sind", hieß es in einer Pressemitteilung des ukrainischen Außenministeriums am Dienstagabend.

Turbulenzen in den polnisch-ukrainischen Beziehungen

„Zum jetzigen Zeitpunkt kann man sagen, dass unsere guten Beziehungen seit langem kleinere Turbulenzen durchlaufen, die wahrscheinlich zu einem gewissen Grad durch interne Probleme in der ukrainischen Politik verursacht wurden“, betonte Fogiel in dem Interview. Wie er hinzufügte, sei der Sieg der Ukraine auch im Interesse Polens. „Wir werden der Ukraine helfen, weil es in unserem Interesse ist, aber gleichzeitig können wir nicht zulassen, dass Polen durch die Ereignisse eine übermäßige Belastung erfährt. Wir erwarten von unseren ukrainischen Partnern, dass sie das verstehen“.

Wie der Politiker sagte, können solche Situationen soziale Auswirkungen haben. „Zum Beispiel eine Zunahme der Unterstützung für Parteien, die offen verkünden, dass Polen eine ähnliche Politik wie zum Beispiel Ungarn verfolgen sollte. Das möchte ich vermeiden (...) Solange die PiS an der Macht ist, wird es Menschen geben, die erkennen, wie wichtig eine unabhängige und souveräne Ukraine für die polnische Sicherheit ist“, fügte Radosław Fogiel hinzu.


PAP/jc