In einem Video, das er am Dienstag bei Facebook veröffentlichte, betont der Regierungschef die Brutalität des deutschen Überfalls auf Polen. Warschau fordere und verlange Wiedergutmachung, erklärte Morawiecki und betonte, Polen müsse in dieser Angelegenheit unabhängig von politischen Indifferenzen geschlossen auftreten.
"Der Zweite Weltkrieg war ein echtes Armageddon für Polen. Die Deutschen ermordeten Millionen von Bürgern. Sie plünderten Kunstsammlungen, machten Städte dem Erdboden gleich und brannten polnische Dörfer nieder. Hunderte von Denkmälern, Tausende von Häusern und Mietskasernen, Brücken und Hunderte von Kilometern städtischer Infrastruktur. Alles wurde zerstört", so Morawiecki.
Allein die materiellen Kriegsverluste Warschaus würden sich auf mehr als 45 Milliarden Dollar belaufen, rechnete er vor. Das seien nicht allein kriegsbedingte Verluste, fügte er hinzu. Es handele sich um eine methodische Operation zur Zerstörung der Stadt auf Befehl von Heinrich Himmler. Dieser sei ein Beamter des deutschen Staates gewesen und dessen Rechtsnachfolger die Bundesrepublik Deutschland, so der polnische Regierungschef.
"Heute am Jahrestag des Ausbruchs des Warschauer Aufstandes möchte ich noch einmal an die deutschen Behörden appellieren, den Mut zu finden, das Thema Reparationen aufzugreifen.“ Reparationen seien der „einzig richtige Weg, der zur Wiedergutmachung des vergangenen Unrechts“ führe. "Die Barbarei der Deutschen zu beschreiben, die Verluste zu beziffern, die sie verursacht haben, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen und Wiedergutmachung zu fordern, das ist die Pflicht eines jeden vom polnischen Volk gewählten Staatsoberhauptes“, so der Ministerpräsident weiter.
„Warschau wurde in ein Trümmermeer verwandelt. Die Sprengung des Saski-Palastes durch die Deutschen war ein weiterer Akt der Zerstörung des Polentums — unserer Kultur, unseres Erbes und unserer Symbole." All diese Handlungen der Besatzer auf polnischem Boden seien ein schrecklicher Bruch der Kontinuität der polnischen Identität gewesen und der Józef-Piłsudski-Platz mit dem Grabmal des Unbekannten Soldaten in dem Zusammenhang ein ganz besonderer Ort, erklärte er.
Anschließend ging er auf den Wiederaufbau des Saski-Palastes ein. Damit könne Polen zeigen, dass das Polentum trotzdem überlebt hat, so der Politiker. Dass die Pläne dafür seit mehr als 70 Jahren immer wieder aufgegriffen würden, sei der beste Beweis für dessen Bedeutung und für die polnische nationale Gemeinschaft. "Es ist an der Zeit, den Saski-Palast wieder aufzubauen, damit dieses wunderschöne Gebäude zusammen mit dem Grabmal des Unbekannten Soldaten wieder zum Symbol eines ungebundenen Polens wird, eines unabhängigen Polens, eines Polens, das Heimat für alle ist, die in ihm leben und arbeiten wollen“, betonte er.
PAP/js