Die genaue Anzahl der nach dem Einmarsch der UdSSR in Polen am 17. September 1939 geplünderten oder zerstörten Kunstwerke ist unklar. „Die Ausmaße der von der Sowjetunion verübten Plünderungen und Zerstörungen polnischer Kulturgüter sind noch nicht vollständig dokumentiert“, erklärt Mariusz Klarecki vom Warschauer Königsschloss gegenüber der Nachrichtenagentur PAP.
Bei der Invasion der UdSSR wurden viele historisch polnische Städte wie Grodno, Lwiw und Vilnius besetzt. Die Plünderungen erfolgten in mehreren Wellen, die sowohl private Residenzen als auch öffentliche Einrichtungen wie Kirchen und Museen betrifft, und wurden von sowohl einzelnen Soldaten als auch spezialisierten „Trophäen-Bataillonen“ durchgeführt.
Klarecki merkt an, dass es zusätzlich zu den Plünderungen von 1939 auch in den Jahren 1944 bis 1946 in Gebieten wie Niederschlesien und Masuren zu massiven Kunstrauben kam. In der Endphase des Krieges und kurz nach dessen Ende wurden auch von den Nazis entwendete Kunstwerke aus Ostdeutschland von sowjetischen Trophäen-Bataillonen geplündert.
„Russland ist nach internationalem Recht verpflichtet, die geraubten polnischen Kulturgüter zurückzugeben“, betont Klarecki. Er fügt hinzu, dass „die Suche nach den während des Krieges gestohlenen Kulturgütern ein andauernder und nie endender Prozess ist. Polen wird seine Anstrengungen zur Rückgewinnung dieser Güter nicht einstellen“, so der Kunsthistoriker des Warschauer Königsschlosses.
PAP/ps/adn