Die Zeit beruft sich auf Ermittlungen, wonach der polnische Geheimdienst Informationen über die russische Beteiligung an der Sabotage der Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 von Bord der in Polen gemieteten Yacht Andromeda an Deutschland weitergegeben habe. Diese Version widerspreche den Recherchen von Journalisten, die zahlreiche Informationen aus den deutschen Ermittlungen veröffentlicht haben. Sie sollen eine ukrainische Beteiligung nachweisen. Nach Erkenntnissen des Fernsehsenders RTL wiederum soll mindestens eine russische Frau in die Sabotage verwickelt sein.
Die Deutschen werfen den Polen mangelnde Kooperation bei den Ermittlungen vor, z.B. die fehlende juristische Zusammenarbeit mit der deutschen Staatsanwaltschaft und die Nichtbereitstellung angeforderter Fotos der Andromeda-Yacht aus dem Hafen von Kołobrzeg. Die Polen sollen anfangs auch die Ukrainer verdächtigt haben, Sabotageakte vorzubereiten, so Zeit. Möglicherweise könnten sie somit von der Ukraine ablenken wollen.
Wie die Zeitung erinnert, habe der Regierungsbevollmächtigte für den Informationsraum der Republik Polen zuvor auch behauptet, die Teilnehmer der Andromeda-Reise seien auf einer touristischen Kreuzfahrt gewesen. Diese Behauptung stehe angeblich im Widerspruch zu den Befunden der an Deutschland übermittelten Geheimdienstinformationen.
Am 26. September 2022 kam es zu einer Reihe von Explosionen, bei denen zwei der Nord Stream 1-Pipelines und eine der beiden Nord Stream 2-Pipelines beschädigt wurden. Diese Pipelines verlaufen von Russland nach Deutschland und waren zum Zeitpunkt der Explosionen nicht in Betrieb. Aufgrund der Schäden können sie jedoch nicht verwendet werden.
In Europa gibt es keine Bereitschaft, sich an der von der russischen Gazprom geforderten Reparatur zu beteiligen. Die Russen beschuldigten zunächst den britischen Geheimdienst MI6 der Sabotage, dann die amerikanische CIA und schließlich die Regierung der Ukraine.
Biznesalert.pl, zeit.de/ps