Deutsche Redaktion

Apfelbäume in Erinnerung an ermordete Familie Ulma

17.10.2023 18:25
„Apfelbäume, die im Rahmen der Aktion "An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen” gepflanzt werden, haben eine außerordentliche symbolische Dimension, da sie direkt mit der Familie Ulma verbunden sind”, sagte Präsident Andrzej Duda. 
Am Dienstag pflanzten Andrzej Duda und seine Gattin im Garten des Prsidentenpalastes einen Apfelbaum zum Gedenken an die von den Nazi-Deutschen ermordete Familie Ulma.
Am Dienstag pflanzten Andrzej Duda und seine Gattin im Garten des Präsidentenpalastes einen Apfelbaum zum Gedenken an die von den Nazi-Deutschen ermordete Familie Ulma.PAP/Marcin Obara

Am Dienstag pflanzte Duda im Garten des Präsidentenpalastes einen Apfelbaum zum Gedenken an die von den Nazi-Deutschen ermordete Familie Ulma.

Am 24. März 1944 gegen 5 Uhr morgens ermordeten deutsche Einheiten in Markowa acht Juden sowie Józef Ulma, seine Frau Wiktoria, die sich im letzten Monat ihrer Schwangerschaft befand, und ihre sechs kleinen Kinder.


zdjęcie ilustracyjneDie Familie Ulma wurde von den deutschen Nazis während des Zweiten Weltkriegs für ihre Hilfe für eine jüdische Familie in ihrem Haus exekutiert.

Wie Duda betonte, sei der Apfelbaum ein Symbol für Kontinuität. „Er wächst, er gibt den Menschen, den Tieren und den Vögeln Nahrung. Er trägt Früchte, und „an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.” Diese Früchte sind gewissermaßen die Früchte des Lebens derjenigen, die während der deutschen Besatzung ihre Nachbarn gerettet haben, so der Präsident.

Wie er hinzufügte, haben die Bäume „eine außergewöhnliche symbolische Dimension: einerseits direkt mit der Familie Ulma verbunden, andererseits aber auch mit einem außergewöhnlichen Lebenswerk von Menschen, die sich für andere eingesetzt haben, die trotz der gigantischen Risiken, die damit verbunden waren, ihren Mitmenschen geholfen und damit das Gebot der Nächstenliebe erfüllt haben.”

Nach dem deutschen Gesetz wurde jeder Pole, der Juden half, zum Tode verurteilt. Polen war das einzige Gebiet im besetzten Europa, in dem eine solch harte Strafe verhängt wurde.

1995 ehrte das Institut Yad Vashem in Jerusalem Józef und Wiktoria Ulma posthum mit dem Titel "Gerechte unter den Völkern". Präsident Lech Kaczyński zeichnete die Ulmas 2010 mit dem Kommandeurskreuz des Ordens der Polonia Restituta aus.

Im Jahr 2016 wurde in Markowa ein nach ihnen benanntes Museum eröffnet, das allen Polen gewidmet ist, die Juden während des Holocausts gerettet haben.

Das Verfahren zur Seligsprechung der Ulmas begann vor 19 Jahren. Im Dezember letzten Jahres wurde die Familie vom Papst zu Märtyrern erklärt. Am 10. September wurde die Familie Ulma selig gesprochen.


PAP/jc