Deutsche Redaktion
Folge uns auf Google

Folge uns auf Google, um unsere News immer ganz oben zu sehen.

Neue Regierung könnte die Armee kürzen. „Das klingt sehr beunruhigend"

21.10.2023 19:44
„Diese Leute haben die polnische Armee aufgelöst. Jetzt haben sie eine reale militärische Bedrohung, und sie sagen, dass wir demografisch nicht bereit sind für eine große Armee. Das klingt sehr beunruhigend", sagte der regierungsnahe Publizist und Schriftsteller Bronisław Wildstein im Gespräch mit dem Polnischen Rundfunk.
Bronisław Wildstein
Bronisław WildsteinPAP/Mateusz Marek

Angesichts des möglichen Endes der Amtszeit der PiS stellte der Verteidigungsminister in der Regierung der Bürgerplattform (PO) von 2011 bis 2015, Tomasz Siemoniak, die Pläne zur Ausweitung der Armee in Frage.

Nach Ansicht Wildsteins klingen die Worte des ehemaligen Verteidigungsministers „bedrohlich".

„Ich möchte Sie daran erinnern, dass während der PO-PSL-Regierung die polnische Armee grundlegend verkleinert und abgebaut wurde. Wir sind formell von einer allgemeinen Armee zu einer Berufsarmee übergegangen. Ich habe diese Prozesse beobachtet, weil sie in den meisten westeuropäischen Ländern stattfanden. Sie dauerten viele Jahre, waren sehr kostspielig und bedeuteten eine Umstrukturierung der Armee. In Polen gab es so etwas überhaupt nicht. Diese Gruppierung wiederholte einige Jahre vor der großen russischen Aggression gegen die Ukraine, dass Polen durch nichts bedroht sei", so Bronislaw Wildstein.

Siemoniaks Aussage hat auch Polens Verteidigungsminister Mariusz Błaszczak am Freitagabend angesprochen. „Es geht los. Derzeit hat die polnische Armee 187.000 Soldaten. Die Worte von Tomasz Siemoniak bedeuten daher Entlassungen in den polnischen Streitkräften, die Auflösung von Einheiten und eine Verringerung der Sicherheit Polens", schrieb Błaszczak auf X.

Ex-Verteidigungsminister: „Kein demografisches Potenzial für eine solche Armee"

Auf die Frage, ob eine mögliche Koalitionsregierung die Schaffung einer Armee mit 300.000 Soldaten anstreben würde, antwortete der ehemalige Verteidigungsminister Siemoniak am Freitag im Gespräch mit dem privaten Radiosender RMF24, dass „es kein demografisches Potenzial für eine solche Armee gibt".

„Ich habe in der Öffentlichkeit wiederholt gesagt, dass die optimale Option eine 150.000 Mann starke Berufsarmee ist, 30-40.000 Soldaten der Territorialverteidigung, 20-30.000 freiwillige Wehrpflichtige und der Aufbau einer Reserve von mehreren hunderttausend. Damit wird Polen über die richtigen Kräfte zur Verteidigung des Staates verfügen", so Siemoniak.

IAR/ps