Über den Tod von Wanda Półtawska informierte Pater Łukasz Michalczewski, der Sprecher der Krakauer Kurie, am Vormittag. Der polnische Staatschef drückte seine Trauer aus und bezeichnete sie als „Bindeglied zum Erbe des polnischen Papstes“.
Die Psychiaterin Wanda Półtawska war Mitarbeiterin und Freundin von Papst Johannes Paul II. sowie ehemalige Gefangene im Konzentrationslager Ravensbrück. Am 17. Februar 1941 wurde sie verhaftet. Gemeinsam mit anderen Insassinnen wurde sie im Lubliner Gefängnis gefoltert und nach sieben Monaten ins KZ Ravensbrück gebracht. Hier zwang man die Frauen zu harter Arbeit und unterzog sie pseudomedizinischen Experimenten. Kurz vor Kriegsende wurde Półtawska ins Außenlager Neustadt-Glewe verlegt, wo sie bis zum 7. Mai 1945 blieb.
Nach dem Krieg studierte Półtawska Medizin in Krakau und promovierte im Feld Psychiatrie. Außerdem war sie an akademischen Seelsorgegesprächen beteiligt.
Wann genau ihre Freundschaft zu Karol Wojtyła begann, ist nicht bekannt. 1953 wurde Wanda Półtawska vom neu gewählten Papst Johannes Paul II. beauftragt, seine privaten Papiere zu ordnen. Mit der Zeit wurde ihre Rolle in der Krakauer Kirche immer wichtiger, wodurch sich auch ihr Kontakt zum Papst intensivierte.
Für ihre Verdienste für die Republik Polen und die Förderung der Werte und der Bedeutung der Familie in der heutigen Gesellschaft wurde Wanda Półtawska 2016 mit dem Orden des Weißen Adlers ausgezeichnet.
PAP/js