Wie Kosiniak-Kamysz im privaten Nachrichtensender TVN24 betonte, haben die Polen für einen Wandel gestimmt. „Sie standen bis drei Uhr morgens in den Wahllokalen, weil sie einen Regierungswechsel und keine Fortsetzung wollten“, so der PSL-Vorsitzende.
Auf die Frage, ob er ein Angebot von Premierminister Mateusz Morawiecki bekam, Premierminister zu werden, antwortete er: ,,Nein. (...) Keiner von der Partei Recht und Gerechtigkeit hat mich deswegen angerufen.“ Er räumte jedoch ein, dass es Gespräche mit einigen seiner Abgeordneten gegeben hat: „Es gab Telefonanrufe, in denen sie gefragt wurden, ob sie an einem Gespräch interessiert seien, aber sie antworten alle eindeutig mit einem Nein“.
Zuletzt hatten Politiker der PiS wiederholt behauptet, mit Politikern der PSL in Kontakt zu sein und mit der Polnischen Volkspartei beziehungsweise einem Teil der PSL-Abgeordneten eine Regierungskoalition bilden zu können.
Abtreibung bleibt strittiges Thema
Auf die Frage, ob die Abtreibungsfrage ein Hindernis für Koalitionsgespräche sei, antwortete Kosinaik-Kamysz: „Es gibt eine Reihe von programmatischen Fragen, über die wir uns einigen müssen, denn diese Vereinbarung ist sehr umfangreich.“ Er räumte ein, dass es Themen gibt, bei denen „wir wahrscheinlich keine Einigung erzielen werden“.
Während des Wahlkampfes versprachen die Linke und die Bürgerkoalition (KO), Abtreibung bis zur zwölften Schwangerschaftswoche zu legalisieren. Der Dritte Weg (PSL und Polska2050) möchte jedoch zu dem Kompromiss von 1993 zurückkehren, wonach Abtreibung in drei Fällen legal ist: wenn der Fötus ernsthaft und irreversibel beschädigt ist, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist und wenn die Schwangerschaft die Folge einer Vergewaltigung ist.
PAP/jc