Die Wohnung, in der Krystyna Thiele seit fast einem Vierteljahrhundert lebt, ist 44 m2 groß. Wie Beamten ihr mitteilten, würde sie Ende November in eine „andere Wohnung oder eine Wohngemeinschaft" umziehen, ohne ihr eine neue Adresse zu nennen, schrieb Mainpost.de. Wie die Zeitung hinzufügte, wurde die Rentnerin aufgefordert, „die Hälfte ihrer Möbel zu verkaufen oder wegzuwerfen".
Thiele selbst gestand, dass sie eine Rente von 690,52 Euro erhalte und es sich nicht leisten könne, eine Wohnung auf dem freien Markt zu mieten. „Ich war immer in der Lage, eine geringe Nutzungsgebühr von 253 Euro zu zahlen. Vielleicht war ich zu sehr daran gewöhnt, vielleicht war ich zu naiv, um eine Zwangsräumung vorauszusehen", sagte sie.
Das Wohnungsproblem in Deutschland
Das Nachrichtenportal Junge Freiheit berichtet hingegen, dass die Stadtverwaltung aus juristischer Sicht im Recht sei. Thiele wohne in einer Gemeinschaftsunterkunft, die für von Obdachlosigkeit bedrohte Menschen gedacht ist. Die Aufenthaltsdauer in einer solchen Unterkunft sei begrenzt und der Mieter verpflichtet, sich eine andere dauerhafte Wohnung zu suchen. Wie ein Sprecher der Stadt Würzburg erklärte, herrsche derzeit ein extremer Wohnungsmangel, weshalb alleinstehende Menschen aus zu großen Wohnungen verdrängt werden.
Krystyna Thiele hat vor 23 Jahren eine ernsthafte Lebenskrise durchgemacht und deshalb eine Wohnung von der Stadt erhalten.
mainpost.de/ jungefreiheit.de/ps