Deutsche Redaktion

Premier Tusk und EU-Chefin von der Leyen an der Grenze zu Weißrussland

31.08.2025 13:30
Ministerpräsident Donald Tusk und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen haben am Sonntag Krynki an der polnisch-weißrussischen Grenze besucht. Thema der Gespräche waren Verteidigung und Sicherheit, insbesondere die Stärkung der östlichen Grenze der Europäischen Union.
Premier Donald Tusk und EU-Kommissionsprsidentin Ursula von der Leyen auf dem Weg zur Pressekonferenz an der polnisch-belarussischen Grenze in Ozierany Małe, 31.08.2025.
Premier Donald Tusk und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf dem Weg zur Pressekonferenz an der polnisch-belarussischen Grenze in Ozierany Małe, 31.08.2025.PAP/Artur Reszko

Die beiden Spitzenpolitiker trafen in Krynki in der Woiwodschaft Podlachien mit Offizieren des Grenzschutzes und des Militärs zusammen. Warschau hat dort seine Grenze gegen hybride Aktionen und den Migrationsdruck aus Weißrussland und Russland verstärkt. Polen hat einen 5,5 Meter hohen Stahlzaun auf 186 Kilometern der Grenze errichtet, unterstützt durch elektronische Überwachung auf mehr als 200 Kilometern.

Zu Beginn der Pressekonferenz betonte Donald Tusk, das Treffen finde „an der Barriere statt, die Polen und Europa vor dem hybriden Krieg von Weißrussland und Russland sowie vor illegaler Migration schützt“. Thema der Gespräche sei das Projekt „Ost-Schild“, das Europa vor einer möglichen Aggression Russlands verteidigen solle. „Genug der Zugeständnisse, wir müssen hart und gut vorbereitet sein“, sagte der Premier.

Ursula von der Leyen erklärte, dass im neuen siebenjährigen EU-Haushalt die Ausgaben für Migrations- und Grenzmanagement verdreifacht werden. „Diese Grenzen sind unsere gemeinsame Verantwortung“, betonte die Kommissionschefin. Staaten mit einer Grenze zu Russland oder Weißrussland sollen zusätzliche Mittel erhalten. Geplant sei zudem eine Verzehnfachung der Ausgaben für militärische Mobilität sowie ein mehr als fünffacher Anstieg der Investitionen in die Verteidigung.

Im Laufe des Tages wollen Tusk und von der Leyen Depots für Elemente des geplanten „Schild-Ost“-Systems besichtigen sowie Abschnitte der modernisierten Grenzbefestigung inspizieren. Der Aufenthalt der Kommissionspräsidentin in Polen ist Teil einer größeren Reise in EU-Staaten mit Grenze zu Russland und Belarus – darunter Estland, Litauen, Finnland, Lettland, Bulgarien und Rumänien.

PAP/KPRP/ps

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