Deutsche Redaktion

Politisches Erdbeben in der Ukraine. Weiterer Politiker unter Korruptionsverdacht

28.11.2025 17:57
Der Leiter des ukrainischen Präsidialamts, Andrij Jermak, ist wegen Korruptionsvorwürfen zurückgetreten. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte am Freitag, Jermak habe sein Rücktrittsgesuch eingereicht. Selenskyj kündigte für Samstag Gespräche mit möglichen Nachfolgern an. 
Der Leiter des ukrainischen Prsidialamts, Andrij Jermak, ist wegen Korruptionsvorwrfen zurckgetreten.
Der Leiter des ukrainischen Präsidialamts, Andrij Jermak, ist wegen Korruptionsvorwürfen zurückgetreten. SERGEI GAPON/AFP/East News

Sein Name taucht in Ermittlungen des Nationalen Antikorruptionsbüros NABU zum Korruptionsfall „Midas“ auf. Ermittler hatten am Morgen Jermaks Wohnung durchsucht.

Der ukrainische Präsident kündigte für Samstag Konsultationen mit Kandidaten für die Leitung seiner Administration an. „Morgen werde ich Gespräche mit Personen führen, die an der Spitze dieser Institution stehen könnten“, erklärte er.

Das Präsidialamt stehe vor personellen Veränderungen, sagte Selenskyj in einer Videoansprache.

Hintergrund ist ein Korruptionsskandal im ukrainischen Energiesektor, den das Nationale Antikorruptionsbüro NABU und die Sonderstaatsanwaltschaft SAP aufgedeckt hatten. Nach Ermittlungen sollen Mitarbeiter des staatlichen Atomkraftwerksbetreibers Enerhoatom von Vertragspartnern Schmiergelder in Höhe von 10 bis 15 Prozent des jeweiligen Auftragswertes gefordert haben. Fünf Verdächtige wurden festgenommen, gegen sieben weitere Personen wurde Anklage erhoben. Auch der Geschäftsmann Tymur Mindycz, ein Mitarbeiter von Präsident Wolodymyr Selenskyj, wird in dem Verfahren genannt.


IAR/jc

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