Selenskyj hielt sich am Freitag zu einem offiziellen Besuch in der polnischen Hauptstadt auf. Nach Gesprächen im Präsidentenpalast kam er ins Parlament, wo er mit dem Sejmmarschall Włodzimierz Czarzasty und Senatspräsidentin Kidawa-Błońska zusammentraf.
Das Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten sei „sehr gut“ gewesen und habe sich auf die Zukunft konzentriert, sagte Kidawa-Błońska. „Wir haben darüber gesprochen, was wir gemeinsam tun können, um Konflikte zu überwinden, die allein aus Herkunft oder nationaler Zugehörigkeit entstehen“, erklärte sie. Ziel sei es, Spannungen zwischen Polen und Ukrainern dauerhaft abzubauen.
Ein weiteres Thema seien Exhumierungen gewesen. „Seitens des Präsidenten gibt es Verständnis dafür, dass dieser Prozess notwendig ist und fortgesetzt wird“, betonte die Senatspräsidentin. Zudem habe Selenskyj die Situation ukrainischer Kinder angesprochen, die von Russland aus den besetzten Gebieten verschleppt worden seien. Viele von ihnen verlören außerhalb ihres Heimatlandes „ihre Identität, ihre Familien und ihre Erinnerung“, sagte Kidawa-Błońska.
Darüber hinaus sei es um mögliche gemeinsame Projekte in den Bereichen Kultur und Bildung gegangen. Auch während des Krieges sei es von großer Bedeutung, kulturelles Erbe zu bewahren und weiterzugeben, erklärte sie.
Kidawa-Błońska unterstrich, Polen habe seine Unterstützung für die Ukraine nicht abgeschwächt. Selenskyj kehre mit dem Bewusstsein zurück, „dass Polen keinen Schritt von der Unterstützung der Ukraine abgerückt ist und dass wir wissen, wie wichtig dies nicht nur für uns, sondern für ganz Europa ist“. Entscheidend sei der Aufbau einer starken europäischen Gemeinschaft.
„Die Ukraine ist für uns sehr wichtig. Die Ukraine muss diesen Krieg gewinnen. Sollte sie ihn nicht gewinnen, wäre auch unsere Sicherheit bedroht“, sagte die Senatspräsidentin.
PAP/jc