Karol Nawrocki hat seine erste Neujahrsansprache als Präsident nach seinem Sieg bei den diesjährigen Präsidentschaftswahlen gehalten. Wie der Präsident erklärte, halte er die Ansprache „mit einem Gefühl großer Ehre und Dankbarkeit, aber auch Verantwortung – denn dieses Amt ist keine Belohnung, sondern vor allem eine Verpflichtung“.
„Polen und die Polen zuerst“
Der Präsident räumte ein, dass das zu Ende gehende Jahr für ihn eines der wichtigsten gewesen sei. „Ich danke allen, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben. Ich werde mich ebenso konsequent bemühen, auch diejenigen zu überzeugen, die anderer Meinung waren. (…) Der Leitspruch: ,Polen zuerst, die Polen zuerst‘ ist kein Satz – er ist eine Aufgabe“, sagte er.
Wie Nawrocki betonte, hätten die Polen mit seiner Wahl zum Präsidenten im vergangenen Jahr gezeigt, dass sie einen Wandel wollten. „Sie haben klar gemacht, dass sich die Staatsangelegenheiten nicht in die richtige Richtung entwickeln, dass Veränderung nötig ist und dass die Stimme der Bürger wieder die entscheidende sein muss. Sie haben die Richtung vorgegeben, in die wir gehen sollten. Dieser neue, gute Kurs muss im Jahr 2026 daher Entwicklung, Sicherheit und ein besseres Leben der Bürger bedeuten“, erklärte der Präsident.
Polen auf dem Weg in die G20
In seiner Ansprache ging Nawrocki auch auf die Einladung Polens zum G20-Gipfel im Dezember kommenden Jahres in Miami ein. „Polen ist an einen Punkt gelangt, der noch vor Kurzem schwer erreichbar schien. Wir werden an den Gesprächen der G20 teilnehmen, also im Kreis der größten Volkswirtschaften der Welt. Als erster polnischer Präsident wurde ich während meines Besuchs im Weißen Haus von Präsident Donald Trump zu diesem Gipfel eingeladen“, sagte er.
Die Präsenz Polens bei den G20-Gesprächen sei das Ergebnis der Arbeit vieler Generationen von Polinnen und Polen. „Hinter diesem Erfolg stehen wir alle. Jetzt ist es unsere Aufgabe, ihn dauerhaft zu machen. Polen in der G20 – das muss die Richtung für die kommenden Jahre und Jahrzehnte sein“, erklärte der Präsident.
Ein Staat, der dauerhaft zur Gruppe der Stärksten gehören wolle, könne nicht nur kurzfristig ehrgeizig sein, fügte Nawrocki hinzu. „Er muss im Alltag modern, effizient und gerecht sein. (…) Wenn wir dauerhaft zu den Besten gehören wollen, müssen wir diesen Entwicklungsschub in den Alltag jeder Polin und jedes Polen übersetzen“, so Nawrocki.
Polen wirtschaftlich und militärisch stark
Ein starkes und entwickeltes Land dürfe Kranke nicht ohne Hilfe lassen und Frauen bei der Geburt nicht ohne Betreuung, betonte Nawrocki. In den Schulen müsse neben der Wissensvermittlung auch die Entwicklung patriotischer Einstellungen gefördert werden, die die nationale Gemeinschaft stärken. Ebenso müsse das Land für Familien sorgen und sicherstellen, dass die Bevölkerung demografisch stark bleibe.
Er wies auf die Notwendigkeit hin, verschiedenen gesellschaftlichen und beruflichen Gruppen Stabilität zu garantieren. Zugleich könne nur ein wirtschaftlich starkes Land auch militärisch stark sein. „Wir müssen unsere Streitkräfte konsequent aufbauen und ausbauen. Frieden kostet, aber Krieg kostet immer mehr“, stellte Nawrocki fest. „Polen ist stark in der NATO, aber vor allem müssen wir auf uns selbst zählen“, fügte er hinzu.
„Es lebe Polen“
„Lasst uns daran denken, dass im Leben von Nationen – wie im Leben jedes Einzelnen – Mut wichtig und notwendig ist. Er ist es, der es erlaubt, Gipfel zu erklimmen, die schwierigsten Wendungen zu meistern und Dinge zu schaffen, die dauerhaft und wirklich bedeutend sind. Liebe Landsleute, möge das Jahr 2026 ein Jahr eines neuen, guten Kurses sein. Für Polen. Für die Polen. Ein glückliches neues Jahr. Es lebe Polen!“, schloss der Präsident seine Ansprache.
Präsident Nawrocki wurde während seines Besuchs im Weißen Haus im September zum Gipfel der 20 größten Volkswirtschaften eingeladen. Wenige Tage später bestätigte US-Präsident Donald Trump die Einladung des polnischen Präsidenten. Der Gipfel findet im kommenden Dezember in Miami statt.
PAP/dziennik/ps