Deutsche Redaktion

Azerbaijan-Airlines-Flugzeugkatastrophe. Baku empört über Entscheidung Moskaus

05.01.2026 13:30
Die russischen Behörden haben die Ermittlungen zum Absturz eines Flugzeugs der Azerbaijan Airlines offiziell eingestellt. Die Maschine war am 25. Dezember 2024 nahe Aktau in Kasachstan verunglückt. Moskau zufolge gebe es keine Grundlage für eine Fortsetzung des Verfahrens. Die Entscheidung stößt in Baku auf scharfe Kritik.
Bei dem Absturz eines Embraer-Flugzeugs auf dem Weg von Baku in Aserbaidschan nach Grosny in Russland waren 38 Menschen gestorben, 29 wurden verletzt. Die Piloten hatten pltzlich die Kontrolle ber die Maschine verloren, die bei dem Versuch einer Notlandung abstrzte.
Bei dem Absturz eines Embraer-Flugzeugs auf dem Weg von Baku in Aserbaidschan nach Grosny in Russland waren 38 Menschen gestorben, 29 wurden verletzt. Die Piloten hatten plötzlich die Kontrolle über die Maschine verloren, die bei dem Versuch einer Notlandung abstürzte. JAMnews.net

Bei dem Absturz eines Embraer-Flugzeugs auf dem Weg von Baku in Aserbaidschan nach Grosny in Russland waren 38 Menschen gestorben, 29 wurden verletzt. Die Piloten hatten plötzlich die Kontrolle über die Maschine verloren, die bei dem Versuch einer Notlandung abstürzte. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde das Flugzeug vermutlich von der russischen Luftabwehr getroffen, die die Passagiermaschine mit ukrainischen Drohnen verwechselte, die zu diesem Zeitpunkt die Hauptstadt Tschetscheniens, Grosny, angegriffen hatten.

Russland sieht keine belastenden Beweise
Medien zufolge sollen russische Ermittler keine eindeutigen Beweise sehen, die einzelne Personen oder Institutionen für die Tragödie verantwortlich machen könnte. Die Entscheidung ist sowohl in Aserbaidschan als auch international auf scharfe Kritik gestoßen. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, stieß die Entscheidung Moskaus in Baku auf „tiefes Befremden und Unverständnis“. Dem Außenministerium und der Generalstaatsanwaltschaft Aserbaidschans nach, hätten die russischen Behörden aus ihrer Sicht weder den Partnern noch der Öffentlichkeit die vollständigen Ergebnisse der Ermittlungen vorgelegt.

Baku hält seit Beginn daran fest, das Flugzeug sei von der russischen Luftabwehr getroffen worden. Präsident Ilham Alijew erklärte wiederholt, die Tragödie hätte vermieden werden können, wenn es eine angemessene Koordinierung des Luftraums zwischen der aserbaidschanischen und der russischen Seite gegeben hätte.

Unzureichende Entschuldigung Putins

Die aserbaidschanischen Behörden haben Russland wiederholt zu einer vollständigen und transparenten Aufklärung der Ursachen der Katastrophe sowie zu einem Eingeständnis eines Fehlers und zu Verpflichtungen gegenüber den Familien der Opfer aufgefordert. Wladimir Putin hatte sich für einen „Vorfall, der sich im russischen Luftraum ereignet habe“ entschuldigt, räumte jedoch offiziell nicht ein, die russische Luftabwehr habe das Flugzeug abgeschossen. In einem Gespräch mit Präsident Alijew erklärte er zugleich, dass russische Systeme in dem Gebiet als Reaktion auf andere Bedrohungen im Einsatz gewesen seien und zur Tragödie beigetragen haben könnten.

Die aserbaidschanischen Behörden stufen diese Formulierung als unzureichend ein. Bloße Entschuldigungen würden nicht die Forderungen nach voller Verantwortung, Entschädigung und Konsequenzen für die Verantwortlichen erfüllen. Dies habe zu einer Verschärfung der Beziehungen zwischen Baku und Moskau geführt.

PAP/ps

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Präsident Ilham Alijew: Flugzeug wurde von russischem Gebiet aus beschossen

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Spannungen zwischen Baku und Moskau steigen. Im Hintergrund die Folter zweier Aseris

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Kommentar: Armenien und Aserbaidschan: Eine Chance auf dauerhaften Frieden?

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