Deutsche Redaktion

Drei Krisen, keine Reaktion vom Kreml: "Ausdruck von Ohnmacht und Unsicherheit"

09.01.2026 10:35
Der unabhängige russische Publizist Konstantin Eggert schreibt, die Festnahme Maduros – eines langjährigen Verbündeten Moskaus – habe im russischen Machtapparat unmittelbare Ängste ausgelöst. Putin und sein engstes Umfeld würden weniger eine militärische Intervention der USA als interne Illoyalität fürchten – die Möglichkeit, dass einflussreiche Akteure sich abwenden könnten, wenn sie sich dadurch Sicherheit, Einfluss oder Vermögen sichern können.
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Фото ілюстративне/ Московський Кремль. Москва, Росія.Vyacheslav Argenberg

Unabhängige Kommentatoren weisen seit Tagen auf ein ungewöhnliches Kommunikationsvakuum im Kreml hin. Präsident Wladimir Putin habe sich weder zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Kräfte noch zur Beschlagnahmung eines russisch geflaggten Tankers oder zur erneuten Debatte über Grönland geäußert. Das Schweigen fällt inmitten mehrerer außenpolitischer Entwicklungen, die für Moskau geopolitisch sensibel sind.

Der ukrainische Blogger Roman Zymbaluk bezeichnet die ausbleibende Reaktion als Ausdruck von Ohnmacht. Der unabhängige russische Publizist Konstantin Eggert geht weiter: Die Festnahme Maduros – eines langjährigen Verbündeten Moskaus – habe im russischen Machtapparat unmittelbare Ängste ausgelöst. Die Tatsache, dass die USA offenbar direkt mit Teilen des venezolanischen Umfelds kooperierten, werfe die Frage auf, wie stabil Loyalitäten in autoritären Systemen seien. Eggert argumentiert, dass gerade diese Perspektive Putins Vertrauen in seine engsten Kreise erschüttern könnte. 


Die Beschlagnahmung eines Tankers, der mit venezolanischen Öltransporten in Verbindung gebracht wird und zuletzt unter russischer Flagge fuhr, verstärkte den Eindruck einer russischen Verwundbarkeit im internationalen Umfeld. Und während Washingtons erneute Signale in Richtung Grönland international für Unruhe sorgten, blieb Moskau ebenfalls stumm – obwohl Russland angesichts seiner arktischen Interessen traditionell empfindlich auf geopolitische Verschiebungen im hohen Norden reagiert.

Putin und sein engstes Umfeld würden weniger eine militärische Intervention der USA als interne Illoyalität fürchten – die Möglichkeit, dass einflussreiche Akteure sich abwenden könnten, wenn sie sich dadurch Sicherheit, Einfluss oder Vermögen sichern. Putin werde daher noch intensiver Feinde in seinem Machtapparat suchen.

IAR/adn

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