Deutsche Redaktion

Budapest meldet Asyl für zwei Polen – Namen weiterhin unbekannt

09.01.2026 11:21
In Polen richtet sich die Aufmerksamkeit nun auf den früheren Justizminister Zbigniew Ziobro, der sich im vergangenen Jahr zeitweise in Budapest aufgehalten hatte. Die polnische Staatsanwaltschaft will Ziobro 26 Straftaten vorlegen, darunter mangelnde Aufsicht über den Justizfonds.
Media: dwóch polskich obywateli otrzymało azyl
Media: dwóch polskich obywateli otrzymało azylATTILA KISBENEDEK/AFP/East News

Ungarn hat EU-Partner am 23. Dezember über die Gewährung von politischem Asyl an zwei polnische Staatsbürger informiert. Das geht aus einer kurzen, einen Absatz umfassenden Note hervor, die die ungarische EU-Vertretung an die Mitgliedstaaten und den Rat der EU verschickt hat. Namen werden in dem Schreiben nicht genannt. Die Information deckt sich mit früheren Berichten über zwei neue Asylfälle, die bisher von Budapest selbst nicht kommentiert wurden.

Bislang ist offiziell nur ein politischer Asylfall aus dem polnischen Politikbetrieb bestätigt: Der frühere Vize-Justizminister Marcin Romanowski erhielt 2024 Schutz in Ungarn. Gegen ihn laufen Ermittlungen wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten beim Justizfonds.

In Polen richtet sich die Aufmerksamkeit nun auf den früheren Justizminister Zbigniew Ziobro, der sich im vergangenen Jahr zeitweise in Budapest aufgehalten hatte. Ein Asylentscheid für ihn ist nicht bestätigt. Die polnische Staatsanwaltschaft will Ziobro 26 Straftaten vorlegen, darunter mangelnde Aufsicht über den Justizfonds; ein Gericht prüft derzeit einen Antrag auf dreimonatige Untersuchungshaft.

Sollten sich die Berichte bestätigen, hätte Ungarn inzwischen mindestens drei polnischen Staatsbürgern politisches Asyl gewährt.

IAR/adn

„FAZ“ über Ziobro in Budapest: Umgang mit Recht nach eigenem Ermessen

12.11.2025 12:26
Der ehemalige Justizminister Zbigniew Ziobro scheint in Ungarn politisches Asyl zu suchen. Dies berichtet der Kommentator Stephan Loewenstein in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).

Haftantrag gegen Ziobro: Justizminister fordert Stellung bei Staatsanwaltschaft

14.11.2025 10:16
Der Haftantrag stützt sich laut Staatsanwaltschaft auf drei Gründe: Fluchtgefahr, da Ziobro keinen festen Wohnsitz in Polen oder Ungarn hat; Täuschungsgefahr, unter anderem wegen scharfer öffentlicher Äußerungen und des Vorwurfs, eine organisierte kriminelle Gruppe geführt zu haben; sowie die drohende hohe Strafe. Gesundheitliche Umstände sollen laut Staatsanwaltschaft berücksichtigt werden.

Ex-Justizminister Ziobro ohne diplomatischen Pass

18.11.2025 14:00
Außenminister Radosław Sikorski hat den diplomatischen Pass des früheren Justizministers Zbigniew Ziobro annulliert. 

Justizminister Żurek: Ungarische Regierung steht Moskau näher als Brüssel

12.12.2025 11:10
Orbans Politik sei für EU-Bürger inakzeptabel, so Żurek in einem Interview für Reuters. Der Generalstaatsanwalt äußerte sich zudem kritisch zur Haltung Budapests gegenüber den in Polen angeklagten Politikern Ziobro und Romanowski.