Deutsche Redaktion

Trotz Protesten: Mercosur-Abkommen erhält Zustimmung der Mitgliedstaaten

09.01.2026 12:19
Zuvor hatten die EU-Botschafter der Mitgliedsstaaten stärkere Schutzmechanismen für europäische Landwirte in den Vertragstext aufgenommen und damit Verhandlungsergebnisse des Europaparlaments und der zyprischen Ratspräsidentschaft angepasst.
Jest zgoda w UE na większą ochronę rolników w umowie z Mercosurem
Jest zgoda w UE na większą ochronę rolników w umowie z MercosuremTHOMAS SAMSON/AFP/East News

Die EU-Mitgliedstaaten haben sich auf das Handelsabkommen mit dem südamerikanischen Mercosur-Bündnis geeinigt. Die Entscheidung trafen die EU-Botschafter am Mittwochmittag in Brüssel. Zuvor hatten sie stärkere Schutzmechanismen für europäische Landwirte in den Vertragstext aufgenommen und damit Verhandlungsergebnisse des Europaparlaments und der zyprischen Ratspräsidentschaft angepasst.

Die nun bestätigten Änderungen senken den Schwellenwert für sogenannte Sicherheitsklauseln: Schutzmaßnahmen wie temporäre Zölle können bereits bei einem Importanstieg aus Argentinien, Brasilien, Uruguay und Paraguay um 5 Prozent (statt bisher 8 Prozent) sowie einem entsprechenden Preisrückgang aktiviert werden. Ein einzelnes EU-Land kann künftig die Auslösung beantragen – eine Regelung, die auf Vorstöße der polnischen Abgeordneten Krzysztof Hetman und Dariusz Joński zurückgeht.

Parallel hatte die EU-Kommission Maßnahmen zur Entlastung der Landwirtschaft vorgeschlagen, darunter die Senkung von Düngemittelkosten, leichteren Zugang zu 45 Milliarden Euro aus dem neuen EU-Haushalt ab 2028 sowie die Reservierung von zehn Prozent der Kohäsions- und Agrarmittel für Investitionen im ländlichen Raum.

Wenn bis 17.00 Uhr kein Land Einspruch erhebt, wird das Abkommen endgültig abgesegnet. Polen, Österreich, Frankreich, Irland und Ungarn haben dagegen gestimmt. Belgien hat sich der Stimme enthalten. Das Abkommen muss noch formell bestätigt und in den einzelnen Staaten ratifiziert werden. In vielen EU-Ländern, darunter Polen, hatten landwirtschaftliche Verbände zuletzt gegen das Vorhaben protestiert und Wettbewerbsnachteile befürchtet.

IAR/adn

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