Deutsche Redaktion

Sejmmarschall zu Reparationsfrage:„Das lässt sich nicht mit dem Baseballschläger lösen“

12.01.2026 21:30
Bei seiner ersten Auslandsreise seit Amtsantritt will er deutschen Spitzenpolitikern, eigenen Aussagen nach, einen eigenen Vorschlag zur seit Jahren umstrittenen Frage der Kriegsreparationen unterbreiten.
Włodzimierz Czarzasty z wizytą w Niemczech
Włodzimierz Czarzasty z wizytą w Niemczech Aleksander Zieliński/Kancelaria Sejmu

Mit einem neuen, dialogorientierten Ansatz reist Sejm-Marschall Włodzimierz Czarzasty nach Berlin. Bei seiner ersten Auslandsreise seit Amtsantritt will er deutschen Spitzenpolitikern, eigenen Aussagen nach, einen eigenen Vorschlag zur seit Jahren umstrittenen Frage der Kriegsreparationen unterbreiten – ohne die Beziehungen zwischen beiden Ländern darauf zu verengen.

Czarzasty setzt auf drei Elemente: Entschädigungen für noch lebende Opfer des Zweiten Weltkriegs, eine stärkere Symbolik durch den Bau eines Denkmals für polnische Opfer in Berlin sowie gemeinsame Investitionen in Infrastruktur und Sicherheit. „Das lässt sich nicht mit dem Baseballschläger lösen“, sagte er und warb für Gespräche, die für beide Seiten tragfähig seien.

In Berlin trifft der Sejm-Marschall unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und Verteidigungsminister Boris Pistorius. Zugleich betonte er die Bedeutung Deutschlands als wichtigsten Wirtschaftspartner Polens und wandte sich gegen eine konfrontative Rhetorik.

Die Debatte hatte zuletzt an Schärfe gewonnen, nachdem Ministerpräsident Donald Tusk erklärt hatte, Polen könne Entschädigungen notfalls aus eigenen Mitteln leisten. Bundeskanzler Friedrich Merz hält hingegen daran fest, dass die Reparationsfrage rechtlich geklärt sei, betont aber die fortdauernde historische Verantwortung Deutschlands.

dziennik/adn

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