Russland hat die Ukraine nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj in der Nacht mit einem großen Luftangriff überzogen. Eingesetzt worden seien 242 Drohnen sowie 13 ballistische und 22 gelenkte Raketen. Zudem habe Russland eine Hyperschallrakete des Typs „Oreschnik“ abgefeuert. Selenskyj zufolge traf diese Lwiw, nachdem sie rund 1500 Kilometer weit aus dem russischen Kapustin Jar geflogen sei.
In der Hauptstadt Kyjiw wurden nach Selenskyjs Angaben vier Menschen getötet, darunter ein Mitglied einer Rettungswagenbesatzung. Etwa 20 Wohngebäude seien beschädigt worden; Dutzende Menschen seien verletzt. Ein Angriff habe sich ereignet, als Einsatzkräfte nach einem vorherigen Einschlag bereits Hilfe leisteten.
Auch die Botschaft Katars in Kyjiw sei durch eine Drohne getroffen worden. Selenskyj verwies darauf, dass Katar bei Vermittlungen mit Russland eine wichtige Rolle spiele – unter anderem bei Bemühungen um die Freilassung von Kriegsgefangenen und Zivilisten aus russischer Haft.
Inzwischen bestätigte Moskau den Einsatz einer „Oreschnik“-Rakete. Das russische Verteidigungsministerium sprach von einem Vergeltungsschlag für einen angeblichen ukrainischen Angriff auf eine Residenz von Präsident Wladimir Putin. Belege dafür wurden aus dem Kreml nicht vorgelegt.
Der ukrainische Präsident forderte eine internationale Reaktion, vor allem aus den USA. Russland müsse ein klares Signal erhalten, sich auf Diplomatie zu konzentrieren, sagte Selenskyj. Andernfalls müsse es Konsequenzen spüren. Er kündigte an, Partnerstaaten über die Folgen des Angriffs zu informieren, und erneuerte den Appell, die ukrainische Luftverteidigung zu stärken.
IAR/adn