Deutsche Redaktion

Wenn der Winter die Bahn lahmlegt – damals wie heute

23.01.2026 08:27
Im Februar 1929, während der sogenannten „Zim
Im Februar 1929, whrend der sogenannten Zima stulecia  des Winters des Jahrhunderts  wurde die Eisenbahn in Polen nahezu vollstndig paralysiert.
Im Februar 1929, während der sogenannten „Zima stulecia“ – des Winters des Jahrhunderts – wurde die Eisenbahn in Polen nahezu vollständig paralysiert.NAC

„Fährt mein Zug pünktlich ab?“, „Wie groß ist die Verspätung?“, „Wo ist mein Zug?!“ – diese Fragen stellt sich wohl jeder, der in einem strengen Winter mit der Bahn unterwegs ist. Schneestürme und Frost können den Zugverkehr massiv beeinträchtigen. Das erleben Reisende heute – und das erlebten sie, auf sehr schmerzhafte Weise, bereits vor hundert Jahren.

Die sogenannte „Winterkatastrophe des Jahrhunderts“ hat im Februar 1929 den Eisenbahnverkehr in Polen nahezu lahmgelegt. Zeitgenössischen Presseberichten zufolge kam es damals zu massiven Verspätungen von bis zu 18 Stunden, Zugausfällen und zahlreichen technischen Pannen infolge extremer Kälte und heftiger Schneefälle.

Bei Temperaturen von bis zu minus 40 Grad Celsius froren Lokomotiven an den Schienen fest, Weichen und Wasserpumpen versagten, Schmierstoffe erstarrten. In mehreren Regionen platzten Schienen; allein auf der Strecke Lemberg–Stryj wurden mehr als 30 Brüche registriert. Ganze Zugverbindungen verkehrten zeitweise ohne festen Fahrplan.


Temperaturen von bis zu –40 Grad, meterhohe Schneeverwehungen, eingefrorene Lokomotiven, platzende Schienen und Züge mit Verspätungen von bis zu 18 Stunden gehörten zum Alltag. NAC Temperaturen von bis zu –40 Grad, meterhohe Schneeverwehungen, eingefrorene Lokomotiven, platzende Schienen und Züge mit Verspätungen von bis zu 18 Stunden gehörten zum Alltag. NAC

Besonders dramatisch war die Lage im Südosten des damaligen Polens, wo meterhohe Schneeverwehungen den Bahnverkehr vollständig zum Erliegen brachten. Schneepflüge blieben stecken, erst der Einsatz von Soldaten und Pioniereinheiten ermöglichte die Räumung einzelner Strecken. Zeitungen berichteten von Zügen, die tagelang in Schneewehen festsaßen.


Reisende warteten stundenlang in ungeheizten Waggons und Bahnhöfen, ganze Strecken wurden gesperrt, Soldaten mussten beim Schneeräumen helfen. Reisende warteten stundenlang in ungeheizten Waggons und Bahnhöfen, ganze Strecken wurden gesperrt, Soldaten mussten beim Schneeräumen helfen.

Auch für Reisende war die Situation extrem belastend. Ungeheizte Waggons, überfüllte und kaum beheizte Wartesäle sowie stundenlanges Ausharren bei Frost gehörten zum Alltag. Zeitungsberichte schildern zudem Wucherpreise für heiße Getränke, die während ungeplanter Stopps verkauft wurden.

Die Wintermonate 1929 gelten bis heute als einer der härtesten Kälteeinbrüche in der Geschichte Polens und großer Teile Europas.


IAR/jc