Deutsche Redaktion

Gdańsk trauert um einen großen Bewahrer seiner Geschichte

23.01.2026 11:50
Im Alter von 98 Jahren ist Prof. Andrzej Januszajtis gestorben – Historiker, Wissenschaftler und leidenschaftlicher Kenner der Geschichte und Architektur der Stadt.
Im Alter von 98 Jahren ist Prof. Andrzej Januszajtis gestorben  Historiker, Wissenschaftler und leidenschaftlicher Kenner der Geschichte und Architektur der Stadt.
Im Alter von 98 Jahren ist Prof. Andrzej Januszajtis gestorben – Historiker, Wissenschaftler und leidenschaftlicher Kenner der Geschichte und Architektur der Stadt.facebook

Über seinen Tod informierte am Freitag die Bürgermeisterin von Gdańsk, Aleksandra Dulkiewicz.

„Ein trauriger Tag für unsere Stadt. Im Alter von 98 Jahren ist Professor Andrzej Januszajtis von uns gegangen – ein herausragender Historiker und Wissenschaftler“, schrieb Dulkiewicz auf Facebook. Er habe die Geschichte Gdańsks mit großer Leidenschaft erforscht und dabei stets an kommende Generationen gedacht. Selbst während eines letzten Gesprächs im Krankenhaus habe er noch eine Liste von Aufgaben hinterlassen, darunter den Wiederaufbau der ältesten Orgeln der Stadt in der Katharinenkirche sowie die historische Ordnung der Speicherhausnamen.

Januszajtis wurde 1928 im heute belarussischen Lida geboren. Seit 1933 lebte er in Lublin. Ab 1948 studierte er an der Technischen Universität Gdańsk, an der er später auch wissenschaftlich tätig war. In den Jahren 1983 bis 1986 amtierte er als Dekan der Fakultät für Technische Physik und Angewandte Mathematik.

Seine akademische Laufbahn verband Januszajtis mit intensiven Studien zur Geschichte Gdańsks. 1967 wurde er zum Vorsitzenden der Gesellschaft der Freunde Gdańsks gewählt. Nach dem politischen Umbruch von 1989 gehörte er von 1990 an dem Stadtrat an und war bis Juni 1994 dessen Vorsitzender.

Er spielte eine Schlüsselrolle bei der Restaurierung zahlreicher Baudenkmäler, darunter der astronomischen Uhr in der Marienkirche sowie des Carillons in der Katharinenkirche. In den 1960er-Jahren setzte er sich zudem erfolgreich für den Erhalt des Wachhauses Nr. 1 auf der Westerplatte ein.

Dank seines Engagements kehrten auch während des Zweiten Weltkriegs geraubte Kunstwerke nach Gdańsk zurück, darunter ein Flügel des Ferber-Altars aus der Marienkirche sowie historische Glocken aus Kirchen in Stegna und Cedry Wielkie.

Für seine Verdienste wurde Januszajtis 2002 zum Ehrenbürger der Stadt Gdańsk ernannt. Zudem erhielt er unter anderem das Offizierskreuz des Ordens Polonia Restituta sowie die Medaille zum 100. Jahrestag der Wiedererlangung der Unabhängigkeit.


IAR/jc

45. Jahrestag der Augustabkommen in Danzig: "Ein Schock für den gesamten kommunistischen Block, einschließlich der Sowjetunion"

30.08.2025 06:00
"Der Kreml befürchtete, dass dies ein Beispiel für andere Länder des Ostblocks sein könnte, dass auch dort Menschen anfangen könnten, sich zu organisieren", erklärt Dr. Tomasz Kozłowski vom Institut für Nationales Gedenken (IPN).

Streit um angebliche „Germanisierung“: Aufschrift in Danzig sorgt für Debatte

09.09.2025 21:06
Ein Facebook-Beitrag des PiS-Abgeordneten Michał Woś über die Änderung einer Aufschrift an einem historischen Gebäude in Danzig hat in den sozialen Medien heftige Diskussionen ausgelöst. Während manche Nutzer von einer „Germanisierung“ der Stadt sprachen, warfen andere dem Politiker Irreführung vor. 

Streit um Zukunft des Günter-Grass-Gedenkens in Gdańsk

25.11.2025 09:56
Die Entscheidung der Stadt Danzig, die Gdańska Galeria Miejska (GGM) und das Centrum Sztuki Współczesnej Łaźnia (CSW Łaźnia) zusammenzulegen, hat eine Debatte über die zukünftige Sichtbarkeit von Günter Grass ausgelöst. Während die Stadt betont, es handele sich um eine rein strukturelle Reform, befürchten Teile der Kulturszene eine Schwächung der Präsenz des in Danzig geborenen Autors.