Deutsche Redaktion

Auschwitz: 81 Jahre nach der Befreiung

27.01.2026 10:34
Mit der Teilnahme von rund 20 noch lebenden ehemaligen Häftlingen finden am Dienstag in Oświęcim und Brzezinka die Gedenkfeiern zum 81. Jahrestag der Befreiung des deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz statt. Bei der Zeremonie im früheren Lager Birkenau wird unter anderem der Überlebende Bernard Offen sprechen. An den Veranstaltungen nimmt auch der Präsident Karol Nawrocki teil.
The Main Building stands at the entrance of the Former Nazi German Concentration Camp of Auschwitz-Birkenau.
The Main Building stands at the entrance of the Former Nazi German Concentration Camp of Auschwitz-Birkenau.Photo: JOE MARINO/PAP/Newscom

Der 27. Januar wird weltweit als Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust begangen.

Am Dienstagvormittag werden ehemalige Auschwitz-Häftlinge, darunter Polen sowie Überlebende aus dem Ausland, der Opfer des Lagers mit einer Kranzniederlegung an der sogenannten Todeswand gedenken. Diese befindet sich im Hof des Blocks 11, der als Todesblock bekannt ist. Dort erschossen die Deutschen mehrere Tausend Menschen, überwiegend Polen.

Um 15.00 Uhr will auch Präsident Nawrocki an der Todeswand einen Kranz niederlegen und eine Ansprache halten. Zuvor wird er Blumen an einer Gedenktafel niederlegen, die an den ersten Transport polnischer Gefangener nach Auschwitz erinnert. Am 14. Juni 1940 deportierten die Deutschen 728 Männer aus dem Gefängnis in Tarnów nach Oświęcim. Da das Lager noch nicht fertiggestellt war, wurden sie zunächst im Keller eines Gebäudes untergebracht, das heute von einer Hochschule genutzt wird.

Nawrocki wird zudem am Denkmal für den Widerstandskämpfer und ehemaligen Lagerhäftling Witold Pilecki innehalten.

Höhepunkt der Gedenkfeiern ist eine Zeremonie in der sogenannten Zentralen Sauna im ehemaligen Lager Auschwitz II-Birkenau. Neben Überlebenden werden daran der Präsident, Vertreter der polnischen Behörden sowie Diplomaten teilnehmen. Eröffnet wird die Veranstaltung mit aufgezeichneten Aussagen von Überlebenden zur Bedeutung der Erinnerung in der Gegenwart.

Außerdem werden Auszüge aus den Aufzeichnungen des im Lager ermordeten jüdischen Häftlings Załmen Gradowski verlesen, der dem Sonderkommando angehörte, das von den Deutschen zur Beseitigung der Leichen aus den Gaskammern gezwungen wurde.

Eine Ansprache hält Bernard Offen, der 1929 in Krakau geboren wurde und während der deutschen Besatzung unter anderem im Krakauer Ghetto sowie in mehreren Lagern, darunter Auschwitz und Dachau, inhaftiert war. Nach dem Krieg emigrierte er in die USA und engagiert sich seit den 1990er Jahren in der Bildungsarbeit über den Zweiten Weltkrieg und totalitäre Systeme.

Weitere Redner sind Yossi Matias, Vizepräsident von Google und Vertreter der Unterstützer der Auschwitz-Birkenau-Stiftung, sowie der Direktor des Museums Auschwitz, Piotr Cywiński.

Zum Abschluss sind Gebete verschiedener Religionsgemeinschaften vorgesehen. Zudem werden Kerzen an symbolischen Orten entzündet, unter anderem an den Ruinen einer Gaskammer und eines Krematoriums sowie am Denkmal für die Opfer des Lagers.

Vor 81 Jahren, am 27. Januar 1945, befreite die Rote Armee Auschwitz. Das Lager gilt als Symbol für die von Deutschland begangenen Verbrechen an den Juden, war aber auch ein Ort der Vernichtung von Polen, Roma und Angehörigen anderer Nationalitäten.

Die Deutschen errichteten Auschwitz 1940 zunächst zur Inhaftierung polnischer Gefangener. Zwei Jahre später entstand Auschwitz II-Birkenau, das zum Zentrum der industriellen Ermordung von Juden wurde. Insgesamt wurden dort mindestens 1,1 Millionen Menschen getötet, darunter etwa eine Million Juden. Unter den Opfern waren zudem 70.000 Polen, 21.000 Roma, 14.000 sowjetische Kriegsgefangene sowie rund 12.000 Menschen anderer Nationalitäten.

PAP/jc

 

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